Hamburg: Das Kreuzfahrtschiff MS Europa 2 der Reederei Hapag-Lloyd Kreuzfahrten liegt an einem Kai der Werft Blohm+Voss. Das Schiff ist laut Hamburger Hafenverwaltung für den Bezug von Landstrom am Terminal Altona zertifiziert. Bei der Versorgung gibt es nach Auskunft des Senats aber Probleme. 
  • Hamburg: Das Kreuzfahrtschiff MS Europa 2 der Reederei Hapag-Lloyd Kreuzfahrten liegt an einem Kai der Werft Blohm+Voss. Das Schiff ist laut Hamburger Hafenverwaltung für den Bezug von Landstrom am Terminal Altona zertifiziert. Bei der Versorgung gibt es nach Auskunft des Senats aber Probleme. 
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Landstrom-Ärger in Hamburg: Kreuzfahrtschiff benutzt ihn gar nicht

Hamburg will Schiffe mit Landstrom versorgen – noch im Sommer hieß es, dass die Technik beim Kreuzfahrtschiff „Europa 2” einen Stresstest mit Bravour bestanden habe. Doch jetzt muss der Senat Probleme einräumen.

Eigentlich kann das Kreuzfahrtschiff Landstrom im Hamburger Hafen benutzen, hat es aber zuletzt nicht. Bei den vergangenen beiden Anläufen am Cruise Center Altona habe aufgrund von technischen Arbeiten an der Bordanlage des Schiffes kein Landstrombezug erfolgen können, teilte der Senat auf eine Kleine Anfrage des Linken-Abgeordneten Norbert Hackbusch mit.

Eine Sprecherin der Reederei Hapag-Lloyd Cruises sagte am Mittwoch, dass die umfangreichen technischen Arbeiten inzwischen erfolgreich abgeschlossen seien. „Für eine Landstromnutzung beim nächsten planmäßigen Anlauf der „Europa 2“ am 21. Mai sind wieder die technischen Voraussetzungen hergestellt.” 

Hamburg: Landstrom soll Dieselabgase verringern

Ziel der Landstromversorgung ist, Dieselabgase von Schiffen im Hamburger Hafen zu verringern. Erst im Juni teilte die Hafenbehörde HPA mit, die „Europa 2“ sei erfolgreich für die Nutzung von Landstrom zertifiziert worden. 30 Tage lang habe das Schiff Ökostrom vom städtischen Versorger Hamburg Energie bezogen. HPA-Chef Jens Meier damals: „Die in Hamburg entwickelte Technik hat damit ihren Stresstest mit Bravour bestanden.“ Neben der „Europa 2“ kann auch noch die „Aidasol“ die Landstromanlage in Altona nutzen.

Die Anlage funktioniert jedoch nicht immer einwandfrei. Ebbe und Flut bereiten der Verkabelung Probleme. „Die Erprobung hat ergeben, dass eine automatische Kabelnachführung am Übergabefahrzeug zum Ausgleich der tidebedingten Veränderung des Wasserstandes nachgerüstet werden soll“, erklärte der Senat. Auch die schiffsseitige Kabelführung müsse noch optimiert werden, hieß es. Erst Anfang des Monats hatte der Bund knapp 42,5 Millionen Euro zugesagt, um den Ausbau der Landstromversorgung im Hamburger Hafen zu fördern.

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Der Linken-Abgeordnete Hackbusch ist misstrauisch. „Die Antworten auf die Landstrom-Frage beunruhigen mich“, sagte er. Die Hamburger Luft werde durch die Dieselabgase der Schiffe vergiftet. „Wir brauchen eine Landstrompflicht“, fordert er. (dpa)

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