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Kostenlose FFP2-Masken: So soll die Verteilung in Hamburg laufen

Über 60-Jährige und Menschen mit Vorerkrankungen sollen zum Schutz gegen Corona nun jeweils 15 FFP2-Masken bekommen, verkündete Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch. Die Betroffenen sollen sich die Masken in Apotheken abholen können – die ersten drei sogar kostenlos und bereits ab Mitte Dezember. Doch wie soll das die Umsetzung genau funktionieren?

Mehr als 27 Millionen Menschen in Deutschland sollen die FFP2-Masken bekommen. Allein in Hamburg werden somit noch im Dezember rund zwei Millionen Masken benötigt, schätzt Kai-Peter Siemsen, Präsident der Apothekenkammer Hamburg. „Diese zu besorgen wird nicht ganz einfach“, sagt er der MOPO. Zwar gebe es weltweit genügend zertifizierte FFP2-Masken, doch der Transport brauche seine Zeit. Um eine Verteilung der Masken vor Weihnachten zu ermöglichen, greifen viele Apotheken auf bereits bewährte Lieferanten zurück.

Kostenlose FFP2-Masken: Apotheken unter Druck

Drohende Lieferengpässe sind nicht das einzige Problem für die Apotheken, die sich teils schon in den vergangenen Tagen Kundenanstürmen erwehren mussten. Auch die Finanzierung der Masken könnte problematisch werden – denn vom Gesundheitsministerium erhalten die Apotheken eine Vergütungspauschale basierend auf ihren Verkäufen von FFP2-Masken im dritten Quartal des Jahres. Im Sommer und Herbst allerdings war der Bedarf an Masken geringer als er es jetzt ist. So könnten Apotheken, die im dritten Quartal nur einen geringen Absatz an Masken hatten, jetzt aber derer viele an Kunden ausgeben, in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Im nächsten Jahr sollen dann in zwei Zeitabschnitten bis April jeweils sechs Masken pro Person ausgegeben werden, für die ein Eigenanteil von zwei Euro fällig wird. Hierfür stellen die Krankenkassen Berechtigungsscheine aus. Bei der Ausgabe der Masken werden diese durch die Apotheken gegengezeichnet – so sollen Mehrfachausgaben verhindert werden.

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Und im Dezember? Noch gibt es die Berechtigungsscheine nicht und die Apotheken sollen den Anspruch einer Person auf die kostenlosen Masken selbst prüfen. Für über 60-Jährige ist dies mit Blick auf den Ausweis leicht zu lösen. Menschen mit Vorerkrankungen empfiehlt Siemsen hingegen den Medikationsplan des Arztes oder die für eine Vorerkrankung notwendigen Medikamente mitzubringen. Ein gewisses Risiko für Betrug ließe sich jedoch nicht ausschließen.

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