• In dieser Elbkinder-Kita in Billstedt müssen Kinder immer wieder in Quarantäne.
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Kita in Dauer-Quarantäne : Hamburger Mutter erhebt Vorwürfe gegen die Politik

Billstedt –

„Seit Dezember befinden sich meine Kinder schon das vierte Mal in Quarantäne“, mit diesen Worten wendet sich eine Mutter an die MOPO. Ihre Kinder gehen in eine Billstedter Elbkinder-Kita. Sie möchte anonym bleiben. Der Vorwurf: Die Kita sei nicht in der Lage die Kindergruppen ausreichend zu trennen. Die MOPO fragte beim Träger und der Sozialbehörde nach.

„In der Frühbetreuung sind vor acht Uhr alle Kinder zusammen und gehen erst danach in Ihre Gruppen“, sagt die Mutter. In der Elbkinder-Kita im Sturmvogelweg soll es drei Elementargruppen und zwei Krippengruppen geben. „Von den Elementargruppen ist eine Gruppe für sich und zwei bilden gemeinsam eine Kohorte“, sagt sie.

Kita-Quarantäne: „Eltern haben teilweise Angst um ihre Jobs.“

Immer wieder käme es zu Corona-Fällen. In sechs Monaten mussten ihre Kinder vier Mal in Quarantäne – also waren sie etwa ein Drittel der Zeit zu Hause. Die Mutter macht sich Sorgen: „So ist es schwer für sie, Kontakte zu knüpfen und Freunde zu finden. Die Eltern haben teilweise Angst um ihre Jobs. Eine Mutter wurde nach der zweiten Quarantäne in der Probezeit gekündigt.“

Die Vorgaben der Sozialbehörde sind: Die Kinder sollen in „festen Betreuungskonstellationen“ betreut werden, um Kontakte zu reduzieren. Eine Zugehörigkeit zu mehreren Konstellationen sei möglichst zu vermeiden.

Hamburger Kita: Eltern sind verzweifelt

Von der Kita höre die Mutter nur, dass ihnen Personal fehle, die Eltern sollten sich an die Politik wenden. „Dafür habe ich auch Verständnis, aber selbst nach mehreren Anrufen von Eltern beim Gesundheitsamt und der Sozialbehörde gab es kaum Unterstützung“, sagt sie.

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Am nächsten Dienstag soll jetzt ein freiwilliger Massentest in der Kita stattfinden. „Die Politik darf nicht einfach wegschauen. Gerade in Stadtteilen wie Billstedt mit einer hohen Inzidenz, brauchen die Kitas mehr Personal.“

Das sagen die Elbkinder-Kitas

Die MOPO fragte beim Kita-Träger „Elbkinder“ nach, warum es in den vergangenen Monaten gehäuft zu Quarantänefällen kam. Darauf gibt es eine allgemeine Antwort: Zur Quarantäne komme es immer, wenn Kinder oder Erwachsene positiv auf Corona getestet würden. Die Kinder und Beschäftigten der jeweiligen Kohorte würden dann vom Gesundheitsamt in Quarantäne geschickt werden.

Kita will Kinder nur einmal zusammengelegt haben

„Die Kita Sturmvogelweg hat während der gesamten Zeit der Notbetreuung drei feste Kohorten gebildet, und diese den ganzen Tag, also auch im Früh- und Spätdienst, konsequent durchgehalten“, sagt Sprecherin Katrin Geyer. In allen Elbkinder-Kitas würden die Kinder in festen Kohorten betreut. So sei auch die Trennung einzelner Gruppen gewährleistet.

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Lediglich am Tag der Umstellung von der erweiterten Notbetreuung in den eingeschränkten Regelbetrieb sei es aufgrund der deutlich angestiegenen Kinderzahlen zu der Zusammenlegung von zwei Kohorten gekommen. „Die Zusammenlegung wurde aber von der Kita direkt am nächsten Tag wieder anders organisiert.“

Immer wieder Quarantäne in Kita: Was macht die Behörde?

Was unternimmt die Behörde, wenn bekannt wird, dass sich in einer Kita die Quarantänefälle häufen? Dies könne man nicht pauschal beantworten, sagt Martin Helfrich, Sprecher der Sozialbehörde. Es sei durchaus denkbar, dass eine Häufung von Fällen nicht auf ein Fehlverhalten oder einen bestimmten Missstand zurückgehe, sondern schlicht auf zufällige Konstellationen oder auf Ursachen, die außerhalb der Kita liegen.

„Daher gibt es keine automatisch in Kraft tretenden Konsequenzen“, so Helfrich weiter. Sofern es aber Anhaltspunkte dafür gebe, dass zum Beispiel Hygieneregelungen zu beanstanden sind oder andere Beschwerden bestehen, würden Gesundheitsamt, die Kita-Aufsicht oder –Trägerberatung gegebenenfalls tätig werden. Bestehende Probleme „abzustellen“, liege in der Verantwortung des Trägers.

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