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  • Foto: picture alliance/dpa

Kinder können nicht gut schwimmen: Bekommt Hamburg jetzt ein neues Bad?

Harburg –

Die Zahlen sind dramatisch: Fast die Hälfte aller Hamburger Kinder können nach Ende der vierten Klasse nicht richtig schwimmen. Besonders betroffen sind laut DLRG vor allem sozial benachteiligte Stadtteile. Die CDU in Harburg fordert nun ein neues Schwimmbad für den Stadtteil. 

Wer nicht schwimmen kann, für den kann dies dramatische Konsequenzen haben. „Es gibt in Hamburg zwar eine leichte Aufwärtstendenz. Zwischen sozial schwachen und gut situierten Stadtteilen gibt es bei der Schwimmfähigkeit von Kindern jedoch dramatische Unterschiede“, sagt Heiko Mählmann, Präsident der DLRG in Hamburg.

Kinder in Hamburg können schlecht schwimmen

In wohlhabenden Gebieten der Stadt wie den Elbvororten und den Walddörfern können viele Kinder bereits schwimmen, bevor sie in die Schule kommen. In armen Stadtteilen sieht das ganz anders aus. 

Ein Grund: Es gebe einfach zu wenig Schwimmflächen in Hamburg, so der DLRG-Chef. „Hamburg ist im Vergleich zu anderen Bundesländern nicht schlecht ausgestattet. Die Stadt ist in den vergangenen Jahren jedoch stark gewachsen, es sind zu wenig neue Bäder hinzugekommen“, sagt Heiko Mählmann. Schwimmvereine, Taucher und Betriebssportler würden sich um die Wasserzeiten streiten, vor allem um die am Nachmittag. 

Schwimmen in Hamburg: Lange Wartezeit auf Kurse

Wer für sein Kind einen Schwimmkurs buchen möchte, muss meist lange auf einen Platz warten. Manche Eltern können sich die Teilnahme erst gar nicht leisten. Die Folge: „Es gibt Kinder in Hamburg, die waren vor dem Beginn des Unterrichts in der dritten Klasse noch nie in einem Schwimmbad“, sagt Heiko Mählmann. 

Video: Schulstatistik für Hamburg vorgestellt

2006 wurde der Schwimmunterricht an den Hamburger Schulen an „Bäderland Hamburg“ und den Verein „Aktive Freizeit“ übertragen. Schulen, die eigene Lehrschwimmbecken hatten, gaben diese daraufhin auf. Einige wurden von Vereinen übernommen, wo nun Ehrenamtliche den Betrieb mühsam aufrecht halten, zum Beispiel bei dem Verein LuFisch in Lurup. Für Heiko Mählmann ein Unding. „Schwimmen zu können, das ist für Kinder ein Grundrecht. Ein Lehrschwimmbecken kann sich nicht alleine tragen, da ist staatliche Unterstützung notwendig.“

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Im südlichen Teil Hamburgs ist der Bedarf nach zusätzlichen Schwimmflächen ebenfalls da. „Das Angebot an Badeanstalten südlich der Elbe ist bei weitem nicht ausreichend“, sagt Ralf-Dieter Fischer, Fraktionsvorsitzender der Harburger CDU. Nur die Hallen Inselpark (Wilhelmsburg) und Süderelbe (Neugraben-Fischbek) verfügten über 25-Meter-Bahnen für weiterführenden Schwimmunterricht. 

Hamburg: CDU will Schwimmbad für Harburg

„Es ist erforderlich, dass auch im Stadtgebiet Harburg schul- beziehungsweise wohnortnah eine Schwimmhalle mit geeignetem Schwimmbecken für den Unterricht 
entsteht“, so Fischer. Harburg sei ein Stadtteil am Wasser, die Schwimmfähigkeit von Kindern müsse verbessert werden.

Die CDU hat einen Antrag vorbereitet, der am Dienstag im Hauptausschuss vorgelegt wird. Darin heißt es, dass die zuständige Fachbehörde Geld für eine Schwimmhalle mit 25-Meter-Bahn bereitstellen möge, in der Schulschwimmen und Vereinsschwimmen möglich ist. Sollte ein Neubau nicht realisierbar sein, soll auf dem Gelände des Schwimmbads Midsommerland an der Außenmühle eine 25-Meter-Bahn realisiert werden.

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