Keine Tierversuche mehr?: Skandal-Labor LPT zieht Klage gegen Landkreis Harburg zurück | MOPO
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Keine Tierversuche mehr?: Skandal-Labor LPT zieht Klage gegen Landkreis Harburg zurück

Foto: picture alliance/dpa/Bodo Marks

Harburg –

„Wir freuen uns, dass dieses Kapitel abgeschlossen ist“, schreibt die SOKO Tierschutz bei Facebook. Die Firma LPT hat ihre Klage vor dem Verwaltungsgericht gegen den Landkreis Harburg zurückgenommen. Das Unternehmen hatte gegen den Widerruf der Erlaubnis von Tierhaltung geklagt. 

Nach einer Prüfung Mitte Januar war der Landkreis Harburg zu dem Entschluss gekommen, dass LPT mit Sitz in Mienenbüttel aufgrund der umstrittenen Tierversuche keine Tiere mehr halten darf. Dagegen hatte das Unternehmen Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht.

Nun hat LPT jedoch die Klage zurückgenommen. Es werde an seinem niedersächsischen Standort in Mienenbüttel in Zukunft keine Tierversuche mehr durchführen und daher auch keine Tiere halten, heißt es in einer Mitteilung des Landkreises Harburg. 

Blick auf das Gelände des LPT-Labors in Mienenbüttel.

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Verdeckter Ermittler in Hamburger Tierversuchslabor

Die SOKO Tierschutz hatte im Dezember 2018 einen verdeckten Ermittler in das Tierversuchslabor LPT geschleust. Videoaufnahmen zeigten gequälte Tiere. Das Material gelangte an die Öffentlichkeit. Seitdem demonstrierten immer wieder tausende Menschen gegen die Missstände im Labor und gegen Tierversuche. Die SOKO Tierschutz stellte schließlich Strafanzeige. 

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„Wir bleiben aber wachsam, verfolgen die Situation in Neugraben und Löhndorf und lassen uns nicht beschwichtigen“, heißt es von SOKO Tierschutz.

Auf eine Anfrage der MOPO sagte das Unternehmen LPT, dass eine Klage nach dem jetzigen Stand nichts geändert hätte, da künftig auf den Standort Mienenbüttel als Testlabor verzichtet wird. 

Kehrtwende für Mienenbüttel: Statt Tierversuche nun Tierschutz?

Das Gelände soll nach Aussage von LPT dem karitativen Tierschutz zur Verfügung gestellt werden. Die Entscheidung, auf Mienenbüttel zu verzichten habe keine Auswirkungen auf die Standorte Neugraben und Löhndorf. Dort werde mit Alternativmethoden zum Tierversuch gearbeitet.