Mit einem Flaschenballett demonstriert die Initiative „Knallt am Dollsten
  • Mit einem Flaschenballett demonstriert die Initiative „Knallt am Dollsten" auf dem Holstenareal.
  • Foto: Röer

Kaufhäuser, Holsten-Quartier, Paulihaus: Proteste gegen Hamburgs Immobilien-Poker

Tanzende Flaschen gegen Mietenwahnsinn – am 27. März ist „Housing Action Day“. Europaweit finden Proteste für bezahlbares Wohnen und eine soziale Stadtentwicklung statt. Auch in Hamburg starten am Samstag verschiedene Initiativen ihre Aktionen gegen Leerstand, Räumung und Spekulanten.

Mit einem Flaschenballett ging es um 14 Uhr am Holstenareal los. Die Initiative „Knallt am dollsten“ will auf die Verhältnisse rund um das Gelände aufmerksam machen. Ehemals stand hier die Holsten-Brauerei, nun soll ein neues Quartier mit Wohnungen, Büros und Einzelhandel entstehen. Doch der Zeitplan für den Bau verzögert sich immer wieder und das Gelände wechselte inzwischen viermal den Besitzer.

Neues Quartier in Hamburg nur für Besserverdiener?

Der Preis für das Areal stieg dadurch rasant in die Höhe. Die Initiative fürchtet, dass das Wohnen im neuen Quartiert nur noch für Besserverdiener möglich wird. Sie fordert: „Die Stadt muss alle Möglichkeiten prüfen und ausschöpfen, um das Grundstück dem Investor abzukaufen und zu kommunalisieren.“

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Zu Gast sein wird die Schilleroper-Initiative, die sich für den Erhalt des akut von Verfall bedrohten ehemaligen Zirkus-Theaters einsetzt.

Demo: „Kaufhäsuer für alle“ in der Mönckebergstraße

Die Kaufhäuser „Galeria Kaufhof“ und „Karstadt Sports“ an der Mönckebergstraße sind im Oktober 2020 geschlossen worden, sie stehen jetzt leer. Was mit dem neu gewonnenen Platz passieren soll, ist noch unklar.

Die Initiative „Bündnis Stadtherz" fordert, dass aus den ehemaligen Kaufhäusern ein Platz für alle Bürger und Bürgerinnen wird.

Die Initiative „Bündnis Stadtherz“ fordert, dass aus den ehemaligen Kaufhäusern ein Platz für alle Bürger und Bürgerinnen wird.

Foto:

Roeer

Die Initiative „Bündnis Stadtherz“ hofft auf ein „Zentrum der Zukunft“ und hat diese Worte gleich mal außen am Gebäude angebracht. Sie fordern eine Beteiligung der Bürger und Bürgerinnen an der Nutzung des Gebäudes. Auf diese Weise hoffen die Initiatoren, dass die Gebäude allen zur Verfügung stehen, zum Beispiel für Kunst- und Kulturprojekte, Obdachlosenhilfe oder Co-Working.

Protest gegen Räumung des Maharaja

Ab 14 Uhr demonstriert die Intiative „St. Pauli Code JETZT!“ gegen die bevorstehende Räumung des Restaurants Maharaja am kommenden Dienstag und das „Paulihaus“. Neben der Rindermarkthalle an der Ecke Neuer Kamp/Neuer Pferdemarkt soll ein sechsstöckiger Neubau – das „Paulihaus“ – entstehen. Das Restaurant sowie einige Bäume sollen dem Haus weichen.

Zum Abschluss des „Housing Action Day“ soll ab 16 Uhr an der Sternbrücke ein Konzert und Open Mike stattfinden.

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