Der Weltfrauentag wurde 1910 von der Frauenrechtlerin Clara Zetkin gefordert und ein Jahr später eingeführt– er steht für Kampf um Gleichberechtigung, die Rechte der Frauen und Emanzipation.
  • Der Weltfrauentag wurde 1910 von der Frauenrechtlerin Clara Zetkin gefordert und ein Jahr später eingeführt– er steht für Kampf um Gleichberechtigung, die Rechte der Frauen und Emanzipation.
  • Foto: imago images/IPON

Kampf um Gleichberechtigung : Ein paar Blumen zum Weltfrauentag lösen das Problem nicht

Kommentar –

Der 8. März ist Weltfrauentag – ein Tag, an dem auf die Rechte der Frauen aufmerksam gemacht und an bisherige Kämpfe und Siege erinnert werden soll. Er gilt als starkes Symbol für die Gleichberechtigung, doch die vergangenen 100 Jahre haben gezeigt: am Ende sind wir noch lange nicht. Dieser Tag sollte nicht die bereits gefochtenen Kämpfe beleuchten, sondern die, die noch auszutragen sind. Diskriminierung und Ungleichheit sind noch immer Alltag.

Die Welt befindet sich mitten in einer Pandemie – und wer trägt die größte Last? Die Frauen. Der Frauenanteil in systemrelevanten Jobs wie Kranken- und Altenpflegerinnen oder Erzieherinnen liegt bei rund 75 Prozent. Anstatt einer fairen Entlohnung gibt es nur Beifall an den Fenstern. Diese Berufe werden auch heute noch als „typisch weibliche Tätigkeiten“ bezeichnet und in der Wirtschaft nur gering geschätzt, so der Deutsche Frauenrat.

Mütter sind die Verliererinnen der Corona-Pandemie

Die Mütter seien die Verliererinnen der Krise, erklärt die Soziologin Jutta Allmendinger. In den Monaten ohne Kita und Schule waren es vor allem die Frauen, die Kinderbetreuung, Haushalt und Homeoffice stemmen mussten. Und dafür teilweise ihre Arbeitszeiten senkten. Woran das liegt? Meist am Geld, denn durch das Ehegattensplitting wird noch immer eine „Versorgerehe“ gefördert, der mit dem höheren Gehalt bekommt die bessere Steuerklasse. Da Frauen im Schnitt 19 Prozent weniger verdienen, ist die Entscheidung schnell getroffen.

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Gleichberechtigung ist aber nicht nur eine Angelegenheit zwischen Männern und Frauen – es geht darum, dass jede Frau ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben hat. Denn häufig werden nicht-weiße, queere oder Transfrauen vergessen oder teilweise absichtlich ausgeschlossen. Es geht im Kampf für Gleichberechtigung nicht darum, die Macht zu übernehmen, sondern sie einfach gerechter zu verteilen.

Am Weltfrauentag reichen ein paar Blumen nicht aus

Und genau deswegen reicht es eben nicht aus, am 8. März ein paar Blumen zu kaufen und sie Kolleginnen auf die Tische zu stellen. Oder als Unternehmen wie die REWE Group allen „Heldinnen“ mit einem Rabatt auf Sekt und Blumen zu gratulieren – diese „Heldinnen“ im Vorstand aber nicht zu finden sind, so die Influencerin Louisa Dellert.

Dieser eine Tag im Jahr soll daran erinnern, dass wir noch immer nicht in einer gleichberechtigten Gesellschaft leben und genau die dunklen Flecken beleuchten müssen, an denen wir alle noch arbeiten müssen. Eines muss aber klar sein: der Kampf existiert nicht nur an diesem einen, sondern an 365 Tagen im Jahr.

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