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  • Foto: Patrick Sun

Jüdisches Leben in Hamburg: Initiative kämpft für Bornplatz-Synagoge

Die Synagoge am Bornplatz (heute Joseph-Carlebach-Platz) wurde 1938 von Nationalsozialisten zerstört – und mit ihr der Mittelpunkt des jüdischen Lebens in Hamburg. Doch nun soll das Gebetshaus wieder aufgebaut werden. Dafür kämpft die Initiative „Wiederaufbau Bornplatzsynagoge“ und bekommt dabei viel politische Unterstützung aus der Stadt. Am Mittwoch hat Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sie bei ihrer Unterschriften-Kampagne unterstützt.

Bereits im Februar dieses Jahres hatte die Hamburgische Bürgerschaft einer Machbarkeitsstudie zum Wiederaufbau der Bornplatz-Synagoge zugestimmt. Die Finanzierung der Studie ist mit 600.000 Euro vom Bund gesichert und sollte eigentlich bis Ende des Jahres fertig sein. Doch das Antragsverfahren ist langwierig und noch ist das Geld nicht in Hamburg angekommen.

Die Initiative zum Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge hat prominente Unterstützer

Nun will die Initiative „Wiederaufbau Bornplatzsynagoge“ Bewegung in die Sache bringen. Mit einer Unterschriftenkampagne „Nein zu Antisemitismus. Ja zur Bornplatzsynagoge“ sollen bis zum 27. Januar 100.000 Unterschriften gesammelt werden. Die Kampagne hat mit Vizekanzler Olaf Scholz (SPD), Außenminister Heiko Maas (SPD) und Hamburgs zweiter Bürgermeisterin Katharina Fegebank (GRÜNE) schon prominente Unterstützer gefunden. Bisher wurden knapp über 10.000 Unterschriften gesammelt.

Die Bornplatzsynagoge in Hamburg, erbaut 1906

Die Bornplatzsynagoge wurde 1906 eingeweiht und 1938 von Nazis geschändet und in Brand gesetzt. Ihre Ruine wurde 1939 abgerissen – auf Kosten der jüdischen Gemeinde.

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Staatsarchiv Hamburg

Am Mittwoch hat nun auch Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) die Petition unterschrieben. „Jüdische Religion und Kultur müssen einen festen Platz in unserer vielfältigen Hamburger Stadtgesellschaft haben. Dazu gehört ein Wiederaufbau der von den Nazis zerstörten Synagoge am Bornplatz im Grindelviertel, die wieder zu einem zentralen Ort der jüdischen Kultur und Religion in Hamburg werden soll“, sagt Tschentscher. Er freue sich darauf, dass das Projekt zustande komme.

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Peter Taschentücher bei Unterschrift

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) unterstützt die Initiative. 

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Patrick Sun

Auch die Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft Carola Veit (SPD) unterstützt das Vorhaben. „Wiedergutmachung besteht nicht nur aus dem Wiederaufbau des Gebäudes oder der Gestaltung des Platzes“, sagt sie. „Sondern darin, dass sich eine ganze Stadtgesellschaft dazu bekennt. Das ist auch das Ziel dieser Unterschriftensammlung.“ Auch die Abgeordneten Dirk Kienscherf (SPD), Dennis Thering (CDU) und Cansu Özdemir (LINKE) haben unterschrieben.

Insgesamt werden für den Wiederaufbau 120 bis 130 Millionen Euro veranschlagt. Wie die „Bild“ berichtet, sollen 65 Millionen Euro davon im Haushaltsausschuss des Bundestages am Donnertag, den 26. November verabschiedet werden – den restlichen Betrag müsste die Stadt Hamburg tragen.

Jüdisches Leben in Hamburg? Die MOPO stellt es vor!

Rund 3500 Menschen jüdischen Glaubens leben in der Hansestadt – für den Wiederaufbau der Synagoge engagieren sich Vertreter traditioneller, weltlicher und liberaler Ausrichtungen des Judentums. Doch wie sieht das jüdische Leben in der Hansestadt eigentlich aus? Die MOPO bleibt dran und wird in lockerer Folge Menschen aus Hamburg mit jüdischem Glauben und Unterstützer der Wiederaufbau-Initiative portraitieren. 

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