Hamburg aus der Vogelperspektive.
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Inzidenz laut RKI bei 109: Lockerungen in greifbarer Nähe? Wie es in Hamburg weitergeht

Die Corona-Inzidenz nähert sich in Hamburg weiter der 100 – und damit dem Schwellenwert, bei dem Lockerungen möglich sind. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) warnt jedoch vor Schnellschüssen. Nach welchen Zahlen sich der Senat richten will – und welche Maßnahme zuerst zurückgenommen werden soll.

Die Inzidenz-Kurve zeigt wieder nach unten: Am vergangenen Freitag lag der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen noch bei 146. Nach den heute veröffentlichten Zahlen der Gesundheitsbehörde liegt er bei 124,9. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet sogar einen Wert von „nur“ 109 – der Hunderter-Schwellenwert wäre demnach in greifbarer Nähe.

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Hamburg: Senat will sich weiter nach eigenen Zahlen richten

Stehen also Lockerungen kurz bevor? Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher wiegelte am Freitag ab: Der Senat wolle sich weiterhin am selbst ermittelten Inzidenzwert und nicht am RKI-Wert orientieren.

Zwar nehme das Bundesgesetz auf den RKI-Wert Bezug, sagte Tschentscher: „Wenn wir nach dem RKI-Wert 100 überschritten haben, dann gibt es keine Option, irgendetwas zu lockern – weil das Bundesgesetz dann vorschreibt, dass wir die Maßnahmen einhalten müssen. Punkt. Wir können nicht sagen: Der RKI-Wert interessiert uns nicht.“

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Hamburg: Inzidenzwert der Gesundheitsbehörde ist präziser

Der von der Gesundheitsbehörde ermittelte Inzidenzwert sei jedoch präziser und dementsprechend strenger, der Schwellenwert von 100 werde dementsprechend erst bei stärker gesunkenen Fallzahlen erreicht. Das liege an der Aktualität der Daten, die einbezogen würden. Der Senat wolle daher weiter diesen eher vorsichtigen Weg gehen, sagte Tschentscher.

Der Bürgermeister warnte vor zu frühen Lockerungsdiskussionen und erinnerte an die bundesweite Situation vor einigen Wochen: „Anfang März hat die Ungeduld vieler, Öffnungen zu beschließen, dazu geführt, dass Deutschland sich in eine schwierigere Lage gebracht hat – und so etwas wünsche ich mir für Hamburg nicht“, sagte Tschentscher.

Hamburg: Welche Maßnahme zuerst zurückgenommen wird

Dementsprechend werde der Senat erst „sehr sorgfältig beraten“, sobald die Inzidenz unter 100 liege – „ und dann die Öffnungen beschließen, die wir für vertretbar halten“, sagte Tschentscher.

In einem ersten Schritt werde man dann sicher die Maßnahmen mit den größten Einschränkungen, „zum Beispiel die Ausgangsbeschränkungen“ zurücknehmen.

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