Eve Champagne Pyjama Park Hotel
  • Eve Champagne an der Rezeption des Pyjama Park Hotels.
  • Foto: Marius Roeer

Burlesque-Star Eve Champagne: „Das hier ist jetzt meine Bühne“

Eve Champagne (36) ist auf der Hamburger Reeperbahn bisher vor allem als Burlesque-Star bekannt – jetzt ist sie von der Bühne hinter den Hoteltresen gewechselt. Wie viele Künstler- und Mitarbeiter:innen in der Eventbranche hat sie sich während der Pandemie eine neuen Job gesucht.

Der Reeperbahn bleibt die Künstlerin auch bei ihrer neuen Aufgabe treu. Im „Pyjama Park Hotel“ auf dem Kiez kümmert sie sich jetzt unter anderem um das Ein- und Auschecken der Gäste. Bis zu dieser Entscheidung probierte sie aber mehrere Arbeitsstellen aus.


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Eve Champagne: „Bin mir für nichts zu schade“

„Zuerst war ich Spargelstechen, dann habe ich Laborproben gefahren, im Impfzentrum gearbeitet, in einer Fischbrötchenbude und jetzt bin ich wieder im Hotel“, sagt das Multitalent zur MOPO. „Ich habe einfach Lust Neues zu lernen und bin mir für nichts zu schade, was mir ehrliches Geld einbringt.“ Vor mehr als 15 Jahren habe sie bereits eine Ausbildung zur Hotelfachfrau gemacht und sich deshalb nun erneut für diesen Job entschieden.

Eve Champagne im Impfzentrum
Eve Champagne bei ihrer Arbeit im Impfzentrum.

Hamburger Burlesque-Star: Mehr Sicherheit im neuen Job

Insgesamt hat die Pandemie die Club- und Eventbranche hart getroffen. „Die Lage ist weiterhin angespannt. Von vielen Clubs gibt es die Rückmeldung, dass sie bei der Personalsuche scheitern, weil sich die Minijobber oft anderweitig orientiert haben“, sagt Thore Debor, Geschäftsführer des Clubkombinats, dem Verband der Hamburger Clubbetreiber, zur MOPO. Manchmal müssten sogar Events abgesagt werden, wenn Schichten nicht besetzt werden können. Häufig fehle es auch in der Security an Personal. „Die Auswirkungen der Pandemie werden uns wohl noch länger beeinträchtigen“, so Debor.

Eve Champagne
Eve Champagne als Burlesque-Star in ihrem Bühnenoutfit.

Obwohl auch die Hotellerie nicht von der Krise verschont blieb, fühlt sich der neue alte Job für Eve Champagne nach Sicherheit an. „Als Freiberuflerin war es während der Pandemie einfach zu unsicher“, sagt sie. Als Burlesque-Star habe sie eben auch mal auftreten müssen, wenn es ihr nicht so gut ging. War sie mal krank oder im Urlaub, dann kam eben auch kein Geld in die Kasse. „Jetzt bin ich froh über die neue Routine und Sicherheit als Angestellte“, sagt Champagne.

Ihre nächste Idee: Kiez-Touren für Kinder

Für dieses Jahr möchte sie erstmal eine Winterpause vom Burlesque machen. „Im Hotel Pyjama habe ich weiterhin mit Gästen zu tun und bin auf St. Pauli unterwegs, aber mit weniger Stress. Das hier ist jetzt meine Bühne“, sagt sie. Ihren Künstlernamen Eve Champagne behält sie aber weiterhin. „Einige Gäste erkennen mich auch, sind aber deutlich zurückhaltender als die Gäste im Nachtleben.“

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Im nächsten Jahr wird sie wahrscheinlich in einer Kooperation mit dem Hotel Gästeführungen über den Kiez anbieten – auch für Kinder. Anstelle von Anekdoten über das frivole Nachtleben will sie bei den Touren Geschichten über den Piraten Klaus Störtebeker erzählen.

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