Ekel-Haus Eilbek
  • Neues vom Ekel-Haus Eilbek: Ein möglicher neuer Käufer sorgt für Sauberkeit in der Straße Roßberg 33 - 35.
  • Foto: Florian Quant

Horror-Haus in Hamburg: Neuer Eigentümer will Bruchbude neuen Glanz verleihen

Roßberg 33-35. Wenn das Haus reden könnte, es hätte viel zu erzählen. Und es wären keine schönen Geschichten. Sondern Geschichten von Alkoholikern, von Drogenabhängigen, von Menschen, die nie eine Chance hatten. Und die keine andere Wahl hatten als in dieser Bruchbude zu hausen. Jetzt endlich ist Licht am Ende des Tunnels. Nach vielen Eigentümern, die nur abkassieren wollten, kommt jetzt vielleicht einer, der es gut meint.

Machen wir eine kleine Zeitreise. Bis zurück ins Jahr 2011, als Thorsten K. der Eigentümer war. Für ihn entpuppte sich dieses schäbige Gebäude als wahre Goldgrube. Er manipulierte die Quadratmeterangaben und kassierte völlig überhöhte Mieten, die anstandslos von der Arge „team.arbeit.hamburg“ bezahlt wurden – bis die MOPO darüber berichtete. Schon damals war der Zustand des Hauses katastrophal.

Thorsten K. musste sich schließlich vor Gericht verantworten. Im Jahr 2016 wurde er zu einer Haftstrafe von 15 Monaten auf Bewährung verurteilt. Damals hatte die Stadt insgesamt rund 450.000 Euro an zu viel gezahlter Miete eingeklagt.

Hamburg: Bruchbude in Eilbek seit Jahren verflucht

Zwischenzeitlich ging das Haus in die Hände von Eduard Reidel. Er versuchte, auf dem Grundstück einen Neubau zu errichten. Letztendlich scheiterte er, da sich laut Bezirksamt Wandsbek herausstellte, dass die geplante Neubebauung aus planungsrechtlichen Gründen nicht genehmigungsfähig war. Er verkaufte das Haus.

Aktuell ist das Albtraum-Haus Roßberg 33 und 35 Eigentum von Dennis R., Immobilieninvestor aus Hamburg. Der katastrophale Zustand hat sich aber nie geändert. Laut Aussagen der Bewohner sei es in den vergangenen Jahren immer schlimmer geworden. Bereits Ende Mai machte die MOPO auf den Zustand des Hauses aufmerksam. Damals weigerte sich sogar die Post, das Haus zu betreten und Briefe zuzustellen – wegen der unzumutbaren hygienischen Zustände. Auf Anfragen der MOPO, warum der Zustand des Hauses nicht verbessert wird, reagierte Dennis R. nie.

Und nun plötzlich: So etwas wie ein kleines Wunder. Es gibt Hoffnung für die leidtragenden Bewohner des Hauses. Ein Kaufinteressent räumt auf!

Der Müllberg vor dem Hauseingang ist verschwunden. Die Auffahrt ist gekehrt. Auch die Briefträger trauen sich wieder in das Haus. Sogar der Schrott vor den Fahrstuhleingängen ist entfernt.

Fahrstuhl im Horror-Haus von Eilbek.
Schrott und Müll vor dem Zugang zum Fahrstuhl wurden bereits entfernt.

Nach MOPO-Informationen sind die Aufräumarbeiten vom Kaufinteressenten durchgeführt worden, da der Noch-Eigentümer Dennis R. diese nicht umsetzen wollte. Im kommenden Monat soll der Kaufvertrag unterzeichnet werden, bis dahin möchte der neue Eigentümer anonym bleiben, wie er uns ausrichten lässt. In den nächsten Monaten sollen dann die Wohnungen saniert werden, offene Leitungen sollen beseitigt werden, das Haus soll wieder bewohnbar gemacht werden. All das werde jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Ein Betroffener zeigt sich erleichtert. „Seit drei Wochen wird hier aufgeräumt“, sagt Kyriakos Chatziparasoglou (62), Betreiber des griechischen Restaurants „Taverna Mykonos“, das sich im Haus befindet, im Gespräch mit der MOPO. „Der Boden in meinem Laden sackt seit Ewigkeiten ab und endlich wurde mir versprochen, dass sich jemand darum kümmern wird“, so der 62-Jährige.

Eilbek Haus: Kyriakos Chatziparasoglou
Betreiber eines griechischen Restaurants im Ekel-Haus von Eilbek, Kyriakos Chatziparasoglou (62).

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Bewohner haben Hoffnung auf Besserung. Die MOPO wird das Haus jedoch weiter im Auge behalten und die Bewohner nicht im Stich lassen. Unsere Reporter werden sich davon überzeugen, dass der neue Eigentümer Wort hält. Hier, im Haus Roßberg 33-35.

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