Derzeit sind die meisten Kinder und Jugendliche wegen Corona im Homeschooling.(Symbolbild)
  • Derzeit sind die meisten Kinder und Jugendliche wegen Corona im Homeschooling.(Symbolbild)
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Homeoffice mit Kindern? Klappt super!: Hamburgerin löst hitzige Debatte aus

Homeschooling, Homeoffice und gleichzeitig Kinderbetreuung: Viele Eltern ächzen unter der Last des Corona-Lockdowns. Als eine Hamburger Mutter am Mittwochabend auf Twitter von überwiegend positiven Erfahrungen berichtet, entbrennt unter ihrem Post eine Diskussion.  

„Darf man eigentlich auch sagen, wenn man als Mutter im Homeoffice sehr gut klarkommt, das Kind fit + fröhlich ist und den Distanzunterricht super findet, sich alle in der Klasse gut vertragen + toll unterstützen und die einzige Sorge die drohende Rückkehr zu Präsenzpflicht ist?“

Hamburgerin auf Twitter: Diskussion über Homeschooling

Mit dieser Frage entfachte die Hamburger Twitter-Nutzerin „MichiMascis“ auf der sozialen Plattform eine heiße Debatte. Bis jetzt haben etwa 7800 User den Tweet favorisiert, 438 haben kommentiert und über 800 retweetet (weiterverbreitet).

Viele stimmen der Hamburgerin erfreut zu. Auch sie hätten einen Rhythmus trotz Homeoffice gefunden und vielmehr Angst vor einem erneuten Präsenzunterricht.

„Hier ist es genauso. Meine Kinder von Klasse 6 bis zur Oberstufe kommen gut klar. Feedback und Aufgaben der Lehrer kommen immer an. Wir haben aber auch den Luxus, dass jeder ein Zimmer mit Arbeitsplatz hat und in Ruhe lernen kann“, kommentiert eine Nutzerin.

Debatte um Homeschooling: Hass-Kommentare auf Twitter

Polarisiert ein Post auf Twitter lassen allerdings die Hass-Nachrichten nicht lange auf sich warten. „Ihr seid doch nur stinkefaule Neuzeitmütter. […] Die Kinder werden gesellschaftsunfähig werden“. So oder so ähnlich lesen sich einige der Kommentare.

Viele berichten aber auch sachlich von gegensätzlichen Erfahrungen: „Das darf man. Aber man sollte genauso akzeptieren, wenn andere sagen, dass Distanzlernen schlecht klappt“, fordert eine Nutzerin.

Hamburg im Homeschooling: Gibt immer verschiedene Familiensituationen

Eine andere macht auf die verschiedenen Situationen von Familien aufmerksam: „Man muss allerdings auch sehen, dass die meisten der Kommentare hier aus einer kleinen, privilegierten Bubble kommen. Ich hab Kinder in der 1. und 5. Klasse und sehe viele Familien (Mindestlohn/Schichtarbeit/kaum Deutschkenntnisse/keine familiäre Unterstützung), die es schwer haben.“

Dem stimmt die Verfasserin des Ursprungs-Tweets zu. Sie habe ihre persönliche Situation geschildert und wolle anderen auf keinen Fall absprechen, dass es andere schwer hätten.

Schule während Corona: Initiative demonstriert auf Rathausmarkt

Und während im Netz heftig über Homeschooling diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht werden, demonstriert am Sonntag ab 13 Uhr die Initiative „Sichere Bildung“ auf dem Rathausmarkt gegen eine Rückkehr in die Präsenzpflicht. Angesichts der drohenden Gefahr der Corona-Mutationen halten sie Forderungen nach Regelbetrieb für nicht akzeptabel.

Corona in Hamburg: So ist die Schulsituation

An den über 400 Hamburger Schulen ist derzeit die Präsenzpflicht aufgehoben. Das heißt, Eltern von Kindern aller Jahrgangsstufen dürfen selbst entscheiden, ob ihr Kind im Fernunterricht oder in der Schule lernen soll. 

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Kürzlich gab die Schulbehörde bekannt, dass die Zahl der Schüler in den Präsenzangeboten der Grundschulen erstmals gesunken ist. Demnach wurden in der vergangenen Woche nur noch 22,5 Prozent aller Grundschüler für den Präsenzunterricht angemeldet.

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