Noch immer ist Homeoffice nicht flächendeckend möglich, teilweise fehlt es an technischer Ausstattung (Symbolbild).
  • Noch immer ist Homeoffice nicht flächendeckend möglich, teilweise fehlt es an technischer Ausstattung (Symbolbild).
  • Foto: picture alliance/dpa/EUROPA PRESS

Homeoffice Fehlanzeige: Selbst in Hamburger Bezirksamt fehlen die Laptops

„Bleiben Sie zuhause“ lautet der dringende Appell des RKI an alle Deutschen. Die hohen Infektionszahlen machen Homeoffice immer wichtiger – trotzdem hakt es bei manchen Hamburger Unternehmen noch an allen Ecken und Enden, nicht einmal im Bezirksamt wird allen die Arbeit von zuhause ermöglicht. 

Sogar in den Hamburger Behörden scheint Homeoffice noch nicht flächendeckend möglich zu sein. Zwar ist der Kundenverkehr weitgehend eingestellt, trotzdem müssen Mitarbeiter des Bezirksamts Nord noch immer im Büro erscheinen. „Wir dürfen nicht ins Homeoffice, weil es angeblich keine Laptops mehr gibt“, berichtet ein Mitarbeiter gegenüber der MOPO.

Hamburger Behörde: Laptops fürs Homeoffice fehlen

Und tatsächlich, auf Anfrage der MOPO bestätigt das Bezirksamt, dass die mangelnde technische Ausstattung der Grund dafür sei, dass noch nicht alle Mitarbeiter von zuhause aus arbeiten können.

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„Eine flächendeckende Ausstattung mit mobilen Endgeräten ist derzeit noch nicht in allen Abteilungen des Bezirksamtes vorhanden, wird jedoch angestrebt“, erklärt Larissa Robitsch, Pressesprecherin des Bezirksamtes Nord. Bis Jahresende wolle man jedoch dafür sorgen, dass alle geeigneten Arbeitsplätze mit einem Notebook ausgestattet werden. Durch die Pandemie habe sich die Anschaffung verzögert, Priorität hätten jetzt erst einmal die Gesundheitsämter und Schulen.

Für die Mitarbeiter bedeutet das für den Moment weiter Präsenzarbeit im Büro. „Wir haben Durchgangsbüros und müssen jeden Tag die selben Mappen und Aktenschränke anfassen“, berichtet der MOPO-Leser. Immerhin: Die Mitarbeiter werden in feste Teams eingeteilt, um im Infektionsfall arbeitsfähig zu bleiben. 

Hamburger Unternehmen: Viele Homeoffice Beschwerden auf Twitter

Auch auf Twitter häufen sich unter dem #machtbueroszu die Berichte der Arbeitnehmer, denen das Homeoffice verwehrt wird. Grünen-Politikerin Laura Sophie Dornheim hat aus über 1000 anonymen Rückmeldungen der Nutzer eine Liste erstellt – ein Hamburger Unternehmen taucht gleich mehrfach auf: Die Techniker Krankenkasse (TK).

„In Sachen Homeoffice hat sich seit Pandemiebeginn nichts getan“, erzählt ein Mitarbeiter. Es hänge zwischen Vorstand und Personalrat. „Die Teamleiter dürfen zu Haus bleiben mit Homeoffice. Wir nicht, nicht mal ich als Risiko-Patient“, beklagt ein weiterer Mitarbeiter der TK.

Techniker Krankenkasse: Knapp die Hälfte der Belegschaft im Homeoffice

Auf Nachfrage erklärt die Techniker Krankenkasse, dass knapp die Hälfte der 14.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Homeoffice arbeiteten. Manche Bereiche seien aber auf Grund ihrer Aufgabenstellungen grundsätzlich nicht für das Homeoffice nicht geeignet, so Luise Zink, Sprecherin der TK (Landesvertretung Hamburg).

Bei Twitter wird auch der Vorwurf laut, dass Homeoffice nur verboten sei, weil eine exakte Einzelplatzauswertung dann nicht möglich wäre. Diesen Vorwurf dementiert die Techniker Krankenkasse auf Nachfrage der MOPO. „Wir vertrauen darauf, dass die Mitarbeitenden sich der Eigenverantwortung, die wir ihnen in dieser besonderen Situation übertragen, bewusst sind“, erklärt Zink.

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