Hochzeitstafel (Symbolbild).
  • Hochzeitstafel (Symbolbild).
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Hochzeits-Absagen wegen Corona: Hamburger Festsälen „steht das Wasser bis zum Hals“

Der schönste Tag des Lebens – für zahlreiche Hamburger Brautpaare droht er in diesem Jahr zum Fiasko zu werden: Die Corona-Pandemie macht vielen Gastgebern einen Strich durch die Rechnung. Das bekommen vor allem die Hochzeits-Locations zu spüren.

Zwar sind Hochzeiten mit bis zu 100 Gästen noch erlaubt – doch die Stadt rät dringend dazu, auch solche privaten Feiern zu canceln. Die Unsicherheit, wie sich die Situation entwickelt, und die Angst vor massenhaften Absagen der Gäste lassen immer mehr Paare die große Party verschieben. Wenn sie nicht schon in vollem Gange ist.

Hamburg: Gesundheitsamt macht Hochzeit zu

„Am Sonnabend kam das Gesundheitsamt zu uns und hat eine Hochzeitsfeier beendet“, berichtet Ali Demiroglu, Inhaber des Wilhelmsburger „Plaza Event Center“. „Die kamen gegen 17.30 Uhr und erklärten, die Gäste müssten gehen.“

Angemeldet waren 200 Gäste, anwesend etwa 60 bis 70, so Demiroglu. „Ich habe daraufhin alle, die im März und April gebucht hatten, angerufen und ihnen mitgeteilt, dass wir keine Feiern mehr ausrichten dürfen.“ Für den Betreiber ein herber Schlag: „Es geht uns finanziell sehr schlecht. Wenn das so weitergeht, können wir in ein paar Monaten komplett zumachen.“

Verständnis für die Einschränkungen hat Demiroglu aber schon: „Ich habe ein kleines Kind. Ich selbst hätte im Moment auch Angst, auf eine große Feier zu gehen.“ Schon bei den letzten Events in seiner Location seien im Schnitt nur 20 bis 30 Prozent der angemeldeten Gäste erschienen.

„Von der Corona-Krise sind wir zu 100 Prozent betroffen“, sagt Heinz Polster, Geschäftsführer der „Panorama Lounge“ am St. Pauli Fischmarkt mit ihrem Blick auf den Hafen. „Bis Mitte Mai wurde alles storniert.“ Die ersten Corona-bedingten Hochzeits-Absagen kamen schon vor zwei  Wochen, letzte Woche wurde es dann extrem, wie Polster sagt. „Ich rechne nicht damit, dass sich bis zum Herbst groß etwas ändert.“

„Wir müssen gut durch die Krise kommen“

Auch das Harburger Privathotel Lindtner hat unter der Pandemie zu leiden – daran können auch die selbstgemachten Torten nichts ändern. „Alle Hochzeiten, die für März und April gebucht waren, werden jetzt rausgenommen“, sagt Inhaberin Heida Lindtner der MOPO. „Termine für den Mai stehen aber noch.“

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Sie nimmt es die Auswirkungen der Krise sportlich: „Es hilft nichts, den Kopf in den Sand zu stecken. Wir müssen alle zusehen, dass wir gut durch diese Krise kommen.“

Einige spüren noch keine Auswirkungen wegen Corona

Deutlich rosiger sieht’s im Louis C. Jacob aus: „. Das Louis C. Jacob ist noch positiv“, sagt Unternehmenssprecherin Michaela Störr. „Die Hochzeitssaison beginnt erst im Mai, und bis dato gibt es keine Absagen. Noch gehen wir davon aus, dass alles stattfinden wird.“

Auch in der „Alsterlounge“ freut man sich weiterhin auf rauschende Feste mit Blick aufs Wasser. „Hochzeiten mit bis zu 100 Personen sind ja noch erlaubt“, sagt Thies Bunkenburg, Geschäftsführer der Betreiberfirma Brunckhorst Catering. „Wir haben bislang noch keine Absagen erhalten.“

Bloß bei den Business-Events sieht es finster aus: „Da haben wir eine Storno-Rate von 100 Prozent. Uns steht das Wasser bis zum Hals.“

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