Sturmflut 1962
  • Februar 1962: Menschen versuchen im Überschwemmungsgebiet zu retten, was noch zu retten ist.
  • Foto: MOPO-Archiv

Sturmflut 1962: MOPO sucht Zeitzeugen

Die Schwarz-Weiß-Bilder von damals sind längst vergilbt. Die Erinnerung in den Köpfen jener, die bei der Sturmflut 1962 dabei waren, sind aber bunt, grell und furchtbar lebendig. Bilder von Menschen, die ein Loch in das Dach ihres Hauses geschlagen haben und panisch um Hilfe schreien. Bilder von Menschen, die um ein Haar den Wassermassen entkommen sind und vor Kälte zittern. Bilder von Leichen.

Sturmflut 1962
DRK-Helfer Klaus-Peter Behrens rettet diesem Kind das Leben.

Nur noch ein paar Monate, dann jährt sie sich zum 60. Mal: die Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962, in der das Unheil über Hamburg, ja, über ganz Norddeutschland hereinbrach. Eine Flutkatastrophe ungekannten Ausmaßes ließ die Deiche bersten wie von Kinderhand gebaute Strandburgen. Als Zeit zum Zählen und Trauern war, stand fest: 315 Hamburger verloren ihr Leben, 15.000 hatten kein Dach mehr über dem Kopf.

Eine Katastrophen-Warnung in Hamburg unterblieb

Es hätten leicht auch 10.000 Todesopfer werden können. Denn der Verwaltungsapparat erkannte die tödliche Gefahr zunächst nicht. Man ließ die an Sturm gewöhnten Hamburger am Freitagabend nichts ahnend zu Bett gehen. Ernsthafte Sturmflutwarnungen gab es nicht. Als nach Mitternacht die ersten Deiche brachen, war für viele in Elbnähe die Chance zur Flucht verpasst.

Sturmflut 1962
Sturmflut 1962: Hubschrauber der Bundeswehr sind im Hochwassergebiet im Einsatz.

Die Flut kam höher als befürchtet: 5,73 Meter über NN. 220 Millionen Kubikmeter salzig-brackiges Wasser fraßen sich in die Stadt. Nahezu 100.000 Menschen in Wilhelmsburg, Moorburg, Finkenwerder, Altenwerder, Georgswerder, Cranz und Francop waren eingeschlossen.

Im nächsten „Unser Hamburg“ erzählen wir die Geschichte der Sturmflut 1962

In der nächsten Ausgabe des historischen Magazins „Unser Hamburg“ will die MOPO den 60. Jahrestag dieser Katastrophe zum Anlass nehmen und Zeitzeugen zu Wort kommen lassen. Wenn Sie dabei waren und uns erzählen wollen, wie Sie damals den Fluten entkamen, dann melden Sie sich bitte. Am besten per Mail an olaf.wunder@mopo.de oder schriftlich an MOPO, z. Hd. Olaf Wunder, Barnerstraße 14, 22765 Hamburg.

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