Britische Panzer rollen am 3. Mai 1945 durch die Stadt, ihr Ziel sind die Elbbrücken.
  • Britische Panzer rollen am 3. Mai 1945 durch die Stadt, ihr Ziel sind die Elbbrücken.
  • Foto: Keystone

Kapitulation vor den Briten: So wurde das Hamburger Ehepaar Reh zu Helden

Kirchlinteln ist eine Gemeinde im Landkreis Verden (Niedersachsen) mit knapp 10.000 Einwohnern. Am 16. April 1945 rücken britische Truppen in den Ort vor, bereit, alles kurz und klein zu schießen, falls von deutscher Seite Widerstand geleistet wird.

In dieser Situation macht sich ein Ehepaar namens Reh mit weißer Fahne auf den Weg und geht den Briten entgegen. Höchst wahrscheinlich haben die Eheleute auf diese Weise Kirchlinteln in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs vor größerer Zerstörung bewahrt.

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Sie sind Helden, aber bis heute weiß keiner genau, wer sie eigentlich waren. Wie hießen die Rehs mit Vornamen? Wie sahen sie aus? Alles das ist unbekannt. Fotos gibt es keine. Sicher ist nur, dass die beiden aus Hamburg stammten.

Hamburger Ehepaar Reh bewahrte Kirchlinteln vor Zerstörung

Nun versucht die örtliche Geschichtswerkstatt „Zeitgeschichtliche Werkstatt im Kapitelhaus zu Wittlohe e. V.“ mehr herauszubekommen über das Ehepaar und bittet die Leser der MOPO – natürlich insbesondere die älteren – um Hilfe. Weiß jemand Näheres über das Ehepaar Reh? Gibt es Verwandte? Nachkommen? Hinterbliebene?

Hermann Meyer von der Geschichtswerkstatt hat nur wenige Anhaltspunkte. „Wir wissen lediglich, dass Frau Reh Kindergärtnerin war und beide Ehepartner die englische Sprache beherrschten.“

MOPO sucht Hinweise zum Hamburger Ehepaar Reh

Die Eheleute sind möglicherweise 1943 bei der ,Operation Gomorrha‘ ausgebombt worden und dann nach Kirchlinteln gekommen. „Nach Erinnerungen eines Zeitzeugenkindes”, so Hermann Meyer, „sollen beide ,links‘, also sozialdemokratisch oder kommunistisch, eingestellt gewesen sein und waren deshalb auch nicht besonders beliebt im Dorf.“

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Wer sich an das Ehepaar Reh erinnert oder von ihnen gehört hat oder irgendetwas über sie weiß, wird gebeten, sich bei Hermann Meyer von der „Zeitgeschichtlichen Werkstatt im Kapitelhaus zu Wittlohe e. V.“ zu melden, Mail: h.meyer.1@t-online.de, Tel. (04236) 1397. Hinweise können auch an die MOPO geschickt werden. Wir leiten alles weiter. Kontakt: olaf.wunder@mopo.de

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