Die restaurierte Jugendstil-Glasdecke, die Stück für Stück wieder eingesetzt wird.
  • Die restaurierte Jugendstil-Glasdecke, die Stück für Stück wieder eingesetzt wird.
  • Foto: hfr

Hingucker: Historische Jugendstil-Glasdecke in Hamburg restauriert

Eimsbüttel –

Auch in Innenräumen kann sich der Blick nach oben lohnen – wie ein Geschäft im Eppendorfer Weg zeigt: Hier blickt der Besucher seit kurzem auf eine 111 Jahre alte Jugendstil-Glasdecke, die für 150.000 Euro restauriert wurde.

Ursprünglich schmückte die Glasdecke eine Fleischerei im Eppendorfer Weg. In diesem denkmalgeschützten Gebäude, in dem sich heute eine Agentur befindet, wurde die restaurierte Jugendstildecke nun wieder eingesetzt.

Knapp zwei Jahre lang wurden die fast 400 Einzelglasscheiben restauriert. Für den Jugendstil typisch, zieren die Glasdecke filigrane, florale Motive, die teilweise vergoldet sind und an den Ecken der Platten mit gusseisernen Zierknöpfen versehen wurden.

Kultursenator: „Denkmalschutz hört nicht an der Außenfassade auf“

Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien betont: „Die historische Glasdecke ist ein wundervolles Beispiel dafür, dass Denkmalschutz nicht an der Außenfassade eines Gebäudes aufhört. Oft hat uns auch das Innenleben eines Denkmals viel zu erzählen und birgt wahre Denkmalschätze.“ 

Was geschieht bei solch einer Restaurierung? Zunächst hat die Amtsrestauratorin Ruth Hauer-Buchholz zusammen mit zwei freien Restauratorinnen Ölfarben und Blattgold von grobem Schmutz und Staub befreit. Dabei ist volle Konzentration angesagt – denn die Glasscheiben sind hauchdünn. Dann wird die Malschicht in Feinarbeit wieder an den Glasträgern befestigt und Fehlstellen retuschiert.

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So hätte ein besonders repräsentatives Beispiel für künstlerische Qualität gerettet werden können, meint Irina von Jagow, Geschäftsführerin der Stiftung Denkmalpflege Hamburg. In Deutschland sind Jugendstil-Glasdecken, die vor dem ersten Weltkrieg angefertigt wurden, eine Seltenheit. (es)

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