Bremerhaven statt Hamburg: Die Reederei Maersk verlegt einen Dienst.
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Herber Schlag für Hamburgs Hafen: Maersk verlegt Liniendienst nach Bremerhaven

Herber Schlag für den Hamburger Hafen: Die dänische Reederei Maersk zieht einen ihrer Liniendienste auf der Strecke zwischen Indien und Europa aus Hamburg ab. Neuer Anlaufpunkt ist Bremerhaven. Damit verliert Hamburg ein Umschlagvolumen von 150.000 Containern pro Jahr. 

Es ist ein großer Verlust für den Hamburger Hafen. Nach Jahren der Stagnation waren die Umschlagszahlen an der Elbe 2019 endlich wieder gestiegen. Allein in den ersten drei Quartalen stieg der Seegüterumschlag im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozent auf 104 Millionen Tonnen. Der für Hamburg so wichtige Containerumschlag stieg sogar um 6,9 Prozent auf sieben Millionen Standardcontainer.

Hamburg: Maersk verlegt Asien-Dienst nach Bremerhaven

Umso schmerzhafter die Entscheidung der dänischen Reederei, die einem Bericht des „Hamburger Abendblatts“ zufolge ab dem 23. Januar seinen wöchentlichen sogenannten ME1-Dienst zwischen Indien über Dubai und Saudi-Arabien nach Europa umorganisiert. Statt Hamburg werde nun Bremerhaven angelaufen, so die Information der Zeitung. Andere europäische Häfen auf der ME1-Route sind Felixstowe in Großbritannien, Antwerpen, Rotterdam und Wilhelmshaven. 

Zwar ist es kein endgültiger Abschied – die übrigen fünf Maersk-Dienste nach Hamburg werden vorerst nicht verändert. Doch ob das so bleibt, weiß ganz allein der Wind. Zumal Maersk in Bremerhaven eine Terminal-Beteiligung hat und somit von einer Erhöhung des Umschlags dort profitieren würde.

Opposition übt heftige Kritik am rot-grünen Senat

Hat die Entscheidung von Maersk etwas mit der schleppenden Elbvertiefung zu tun? Oder mit dem zögerlichen Ausbau der Hafeninfrastruktur? Die Opposition nutzte den Vorgang für eine massive Kritik an der rot-grünen Wirtschaftspolitik.

„Die Entscheidung für Bremerhaven und gegen Hamburg ist außerordentlich bedauerlich für unseren Hafen und gleichzeitig die Quittung für die schlechte Hafenpolitik des rot-grünen Senats“, erklärte Ralf Niedmers, hafenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Schon mehrfach hätte es Warnungen von Hafenunternehmen angesichts der schlechten Befahrbarkeit des Hamburger Hafengebiets gegeben. Reedereien hätten alternative Routen angedroht.

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Marcus Weinberg, CDU-Bundestagsabgeordneter und Spitzenkandidat der CDU für die Bürgerschaftswahl in Hamburg erklärte: „Rot-Grün ist schlecht für den Hafenstandort Hamburg.“

Der Vorsitzende der FDP-Bürgerschaftsfraktion, Michael Kruse, wiederum sagte: „Der Einbruch des Containerumschlags geht auf das Konto eines rot-grünen Senats, der nicht genügend Augenmerk auf die Entwicklung des Hafens legt.“ (ng)

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