Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) sitzt im Führerhaus der neuen S-Bahn. Auf der hochmodernen Strecke werden Fahrer hier nur überwachend Platz nehmen.
Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) sitzt im Führerhaus der neuen S-Bahn. Auf der hochmodernen Strecke werden Fahrer hier nur überwachend Platz nehmen.
  • Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) sitzt im Führerhaus der neuen S-Bahn. Auf der hochmodernen Strecke werden Fahrer hier nur überwachend Platz nehmen.
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Hamburgs „Digitale S-Bahn“: Er fährt von allein! Hier kommt der Zug der Zukunft

Hamburg gilt als Vorreiter in Sachen Mobilität – das zeigt sich jetzt auch bei der S-Bahn. Das Verkehrsunternehmen hat am Donnerstag den Zug der Zukunft präsentiert. Schon bald sollen Bahnen in unserer Stadt selbstständig durchs Netz fahren! 

„Digitale S-Bahn“ lautet das Projekt, an dem in den vergangenen beiden Jahren 300 Techniker und Ingenieure getüftelt haben. Das Ergebnis: Im Oktober 2021 werden erstmals Bahnen der Linie S21 mit Fahrgästen an Bord digital gesteuert auf dem 23 Kilometer langen Abschnitt zwischen Berliner Tor und Bergedorf/Aumühle rollen.

Hamburg: Zug der Zukunft wird schon 2020 getestet

Vier Züge sollen passend zum Weltkongress für Itelligente Transportsysteme, der 2021 in Hamburg stattfindet, den hochautomatisierten Betrieb zeigen, die erste Bahn ist nun bereits fertig und wird im Herbst den Testbetrieb aufnehmen.

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„Die Technik ist eine Lösung, um Wachstum im S-Bahn-Netz und damit auch den Hamburg-Takt zu ermöglichen“, sagt Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne). Durch den digitalisierten Zugbetrieb soll demnach die Kapazität auf der bereits vorhandenen Schiene deutlich erhöht werden.

Hamburg: Hochmoderne Technik steuert die S-Bahn

Möglich wird dies durch eine hochmoderne Art der Signaltechnik. Anstatt dass der Lokführer auf Lichtsignale achten muss, kommuniziert die Bahn selbstständig mit zahlreichen kleinen Sendemasten, die das Fahrzeug durch die Strecke lotsen. Der Zugführer soll laut Bahn erhalten bleiben und die Bahn überwachen. Lediglich im Bereich Bergedorf wird die Bahn quasi vom Abstellgleis aus ohne Fahrer am Bahnsteig bereitgestellt.

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„Der digitale Zugbetreib bedeutet zusätzliche Züge, noch klimafreundlicheres Fahren und mehr Stabilität im Betrieb für unsere Fahrgäste», so Kay Uwe Arnecke, Geschäftsführer der S-Bahn Hamburg. Die Technik würde es ermöglichen, dass alle 60 Sekunden eine Bahn auf dem Streckenabschnitt unterwegs sein könnten, aktuell ist das in der Theorie nur etwa alle drei Minuten möglich.

Hamburg: Zwei S-Bahn-Typen bekommen neue Technik

Abgesehen davon wird sich für Fahrgäste nichts ändern, die Züge unterscheiden sich im Innenraum – abgesehen von der energiesparenden LED-Beleuchtung – nicht von anderen Zügen.

Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) sitzt im Führerhaus der neuen S-Bahn.

Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) sitzt im Führerhaus der neuen S-Bahn. Auf der hochmodernen Strecke werden Fahrer hier nur überwachend Platz nehmen.

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Für das Pilotprojekt wurden jetzt Fahrzeuge der etwas älteren Baureihe 474 ausgewählt, künftig soll die Technik aber auch in die Baureihe 490 eingebaut werden. Immerhin hat die Bahn noch viel vor. „Bis Ende des Jahres läuft noch eine Machbarkeitsstudie mit der wir prüfen, ob und wie wir die Technik auf ganz Hamburg ausrollen können“, sagt Arnecke. Dabei gehe es auch um die Kosten.

Zug der Zukunft: Auch ICEs sollen Technik bekommen

Das aktuelle Pilotprojekt wird von der Stadt, der S-Bahn und der Deutschen Bahn mit insgesamt 60 Millionen Euro finanziert. Vor allem die Deutsche Bahn setzt große Hoffnungen in das Projekt.

„Das ist eine Blaupause für den gesamten Bahnverkehr in ganz Deutschland“, sagt Jan Schröder, Projektleiter „Digitale S-Bahn“. Das neue System soll künftig auch für Güterzüge und ICEs genutzt werden.

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