• Peter Marxen
  • Foto: Wenzlawski 

Hamburger Nachtclub-Legende: Ehemaliger Chef des „Onkel Pö“ ist tot

Hier erwachte die so genannte Hamburger Szene, der Laden war legendär. Im Liveclub „Onkel Pö“ am Lehmweg wurden Stars wie Otto Waalkes, Udo Lindenberg und Al Jarreau groß. Ebenso legendär wie der Laden war Peter Marxen, von 1972 bis 1979 Chef des Schuppens. Nun ist die Hamburger Nachtclubgröße im Alter von 80 Jahren verstorben.

Erst befand sich der Club in Pöseldorf, dann zog er an den Lehmweg um. Udo Lindenberg setzte dem schummrigen Laden in seinem Lied „Andrea Doria“ ein musikalisches Denkmal. „Bei Onkel Pö spielt ’ne Rentnerband seit zwanzig Jahren Dixieland“, heißt es darin. Angeblich bekam er anschließend dort lebenslang Freibier. 

Onkel Pö

Onkel Pös Carnegie Hall. 

Foto:

Buttmann

„Onkel Pö“ in Hamburg: Ex-Chef Peter Marxen ist tot

Peter Marxen half in dem Liveclub zunächst aus, 1972 übernahm er ihn von Gründer Bernd Cordua. Er schaffte es, den kleine Laden durch Auftritte von Jazz-Größen wie Dizzy Gillespie, Chet Baker & Co. international bekannt zu machen. Neben Künstlern hingen hier auch viele Leute von Plattenfirmen, Musikmanager und Hörfunkjournalisten herum, die hier den nächsten Superstar entdecken wollten. 

Onkel Pö im NDR

Im „Onkel Pö“ wurde auch die NDR Talkshow aufzeichnet. Dieses Bild wurde im März 1979 aufgenommen. 

Foto:

NDR

„Ohne ihn hätte es das Onkel Pö nie im Leben gegeben“, würdigte der Jazz-Pianist Gottfried Böttger Marxen in der NDR-Doku „Die Höhle von Eppendorf – Das legendäre Onkel Pö“. „Das war der Chef, der Meister“, sagte Otto Waalkes, der in der Kneipe seine Musik-Karriere begann. Marxen sei immer für die Künstler da gewesen.

„Onkel Pö“: Peter Marxen gab Club 1979 wieder ab

Onkel Pö Werbeplakat Al Jarreau

Dieses Plakat warb für den Auftritt von Al Jarreau. 

Foto:

hfr

Im Januar 1979 übergab Peter Marxen die Szene-Kneipe an einen Nachfolger. „Pö-Jahre sind wie Hundejahre, die zählen siebenfach“, soll er bei der Übergabe gesagt haben. Die Jahre im „Onkel Pö“ seien genug gewesen, erzählte er in der NDR-Doku. 

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Auch U2 standen im „Onkel Pö“ auf der Bühne

Der neue Inhaber öffnete das Programm für Rockbands, 1981 kamen vier junge Männer aus Dublin. Nach der Probe räumte der Sänger die Tische zur Seite, die im „Onkel Pö“ vor der Bühne stehen. Das Jazzpublikum saßen gerne beim Hören, Trinken, Rauchen. Aber Bono Vox wollte, dass die Leute zu U2 tanzen. 1985 ist Schluss mit „Onkel Pö“ – danach versuchten sich an dem Standort verschiedene Gastro-Ketten.

Peter Marxen kehrte nach seiner Zeit im „Onkel Pö“ Hamburg den Rücken und übernahm das Feinschmecker-Restaurant „Forsthaus Hessenstein“ in Ostholstein. Wie jetzt bekannt wurde, starb er am 10. Juni.

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