Regisseur Fatih Akin besuchte die Vorstellung seines Films im Autokino auf dem Heiligengeistfeld (St. Pauli).
  • Regisseur Fatih Akin besuchte die Vorstellung seines Films im Autokino auf dem Heiligengeistfeld (St. Pauli).
  • Foto: Grwn Ups

Hamburger Kult-Regisseur: Fatih Akin über die Corona-Zeit: „Ich bin wie ein Haifisch“

St. Pauli –

Der Hamburger Erfolgs-Regisseur Fatih Akin hat am Mittwochabend das erste Mal überhaupt ein Autokino besucht – und dabei seinen eigenen Film „Soul Kitchen“ auf dem Gelände am Heiligengeistfeld (St. Pauli) auf der Leinwand gesehen. Er sprach zudem darüber, wie er die Corona-Zeit nutzt, um seine Produktionsfirma über Wasser zu halten.  

„Ich schreibe viel“, erklärt der Hamburger Regisseur („Soul Kitchen“) in einem Interview mit Matthias Wehnert von der gleichnamigen Bild- und Presseagentur auf dem Heiligengeistfeld. Dafür habe er jetzt die Zeit. Es sei aber auch viel Improvisation. 

Fatih Akin beim Autokino auf dem Heiligengeistfeld

„Ich habe früher immer nur geschrieben, wenn mich die Muße geküsst hat. In der Corona-Zeit habe ich gelernt, an mehreren Ideen gleichzeitig zu schreiben – auch ohne, dass dich die Muße küsst“, sagt der Regisseur.

Video: Regisseur Fatih Akin bei der Premiere seines Films „Honka“

Dafür habe er in der jetzigen Situation natürlich mehr Zeit. Für den Regisseur ist das aber auch wichtig zum Überleben in der Branche, wie er im Gespräch deutlich macht. Dabei bleib auch wenig Zeit für Hobbys. „Ich spiele Bass. Ich habe das Ding aber in der gesamten Corona-Zeit nicht einmal angerührt.“ Weil er eben viel schreibe. 

Fatih Akin: Finanziere meine Firma durch das Schreiben

„Ich finanziere ja meine Firma durch die Schreiberei. Mit einem Projekt geht das nicht. Aber wenn du an fünf Projekten schreibst und das finanziert bekommst, dann kannst du auch einen Laden finanzieren.“ Heißt also: In der nächsten Zeit wird es wohl wider den ein oder anderen Film des Regisseurs zu sehen geben. Ob in Autokino oder nicht, bleibt abzuwarten. Akin ist jedenfalls ein Fan der Autokino-Atmosphäre. „Ich finde das voll schön!“ 

Hamburg: Regisseur will sich eigenen Film nicht aus dem Auto aus anschauen

Auch der Himmel mit den „dramatischen Wolken“ habe es ihm angetan. „Als wäre der Film für diesen Moment gemacht worden“, sagt Akin. Doch „Soul Kitchen“ werde er sich trotzdem nicht nochmal richtig aus dem Auto anschauen, wie er im Interview erklärt – jedoch einen anderen. „Ja, vielleicht „Bullet“. Wenn „Bullet“ läuft, dann würde ich mir den anschauen.“

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Akin hat auch schon genaue Vorstellungen, was er machen will, wenn die Corona-Zeit vorbei ist: „Ich will drehen, ich bin wie ein Haifisch, ich muss mich bewegen.“ Das Material dafür hat er offenbar auch schon. „Ich habe viel Ideen, aber wenn ich über die eine jetzt spreche, werden die anderen eifersüchtig.“ (maw/cju)

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