Das zehn Jahre alte Containerschiff „Vega Scorpio“ liegt zurzeit im Oderhafen fest. Die Vega-Reederei verfügt über 22 Schiffe. 
  • Das zehn Jahre alte Containerschiff „Vega Scorpio“ liegt zurzeit im Oderhafen fest. Die Vega-Reederei verfügt über 22 Schiffe. 
  • Foto: Florian Quandt

Hamburger Hafen: Nach Kontrolle: Dieses Containerschiff darf nicht auslaufen

Steinwerder –

Die Seeleute an Bord konnten nicht duschen und die Heizung war während des harten Frosts ausgefallen. Außerdem waren der Brandschutz, das Rettungsboot und viele technische Einrichtungen nicht in Ordnung. Sage und schreibe 20 Mängel stellte die Berufsgenossenschaft auf dem Containerschiff „Vega Scorpio“ fest. Das 139 Meter lange Containerschiff liegt deswegen bereits seit zwei Wochen im Hafen „an der Kette“ und darf nicht auslaufen.

„Fahren Sie mal zum Oderhafen. Über das Schiff, welches am Sthamerkai liegt, spricht schon der ganze Hafen“, schrieb ein MOPO-Leser am Donnerstag der Redaktion. Als wir vor Ort eintrafen, herrschte rege Betriebsamkeit. Offenbar waren diverse Firmen auf dem Schiff mit Arbeiten beschäftigt.

Hamburger Hafen: Schiff darf nicht auslaufen

Auf Nachfrage erklärte die Berufsgenossenschaft Verkehr – Dienststelle Schiffssicherheit –, dass bei einer Kontrolle zehn schwere und zehn leichtere Mängel festgestellt worden waren.

Containerschiff Vega Scorpio aus Monrovia

Auch das Rettungsboot der unter Liberia-Flagge fahrenden „Vega Scorpio“ hatte Mängel. 

Foto:

Quandt/ Florian Quandt

Nach MOPO-Informationen hätte jeder einzelne der schweren Mängel ausgereicht, dem Schiff die Weiterfahrt zu untersagen. Neben diversen technischen Dingen wurden aber auch die Arbeits- und Lebensbedingungen der Besatzung bemängelt. Der Vorwurf: Obwohl Duschen defekt waren und die Seemannsmission angeboten hatte, die Crew zu beherbergen, hätte das der Kapitän abgelehnt und sich geweigert, die Seeleute von Bord zu lassen.

Schiff gehört zur Hamburger Vega-Reederei

Das bestreitet die Vega-Reederei. Das 1919 gegründete Familienunternehmen mit Sitz in Bahrenfeld wird in dritter Generation von der Familie Brügge geführt. Direktor Arend Brügge: „Wir hatten unserer Crew Hotel-Übernachtungen angeboten. Aus Sorge vor Ansteckung hatte die Crew aber selbst entschieden, an Bord zu bleiben. Alle sind froh, jetzt bald wieder loszufahren.“

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Der Reeder erklärte, wegen Corona habe das Schiff länger in Schottland gelegen. In Hamburg waren diverse Reparaturarbeiten durchzuführen. Diese hätten auch Duschen und Heizung betroffen. Reederei-Mitarbeiter hätten sich aber intensiv um die Seeleute gekümmert. Unter anderem habe man „Berge von Süßigkeiten“ an Bord gebracht.

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