Viele Obdachlose in Hamburg haben keinen gültigen Personalausweis (Symbolbild).
  • Viele Obdachlose in Hamburg haben keinen gültigen Personalausweis (Symbolbild).
  • Foto: picture alliance/dpa

Hamburger Behörde startet Projekt: Kostenlose Ausweise für Hamburgs Obdachlose

Ob beim Jobcenter, bei der Bank oder für die Krankenversicherung – ein gültiger Personalausweis ist in vielen Bereichen unverzichtbar. Doch viele Obdachlose können sich das wichtige Dokument nicht leisten. Das Bezirksamt Hamburg-Mitte möchte deshalb vorerst die Kosten für das Erstellen des Ausweises übernehmen.

Wie der NDR berichtet, will die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte zunächst für ein Jahr die Kosten übernehmen, sofern die zuständige Bundesdruckerei nicht auf ihren Anteil verzichtet. Auch die Verwaltungskosten sollen demnach übernommen werden.

Kostenlose Ausweise: Hamburger Bezirksamt unterstützt Obdachlose

„Wir wollten einfach mal anfangen – und nicht erst alle Probleme gelöst haben“, sagte Tobias Piekatz von der SPD im Bezirk Hamburg-Mitte dem NDR. Wenn es total schieflaufe, sei es ein Versuch, der es wert gewesen sei, so Piekatz.

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Ein neuer Personalausweis kostet 37 Euro, hinzu kommen noch die Kosten für ein biometrisches Passfoto. Für viele Obdachlose ist das ein nicht zu stemmender Betrag. Der Verein „Leben im Abseits“ versucht deshalb, die Obdachlosen durch Spenden zu unterstützen. Laut NDR kosteten seit 2017 allein die Gebühren für Ausweise 2500 Euro.

Versicherung, Konto, Job: Ausweis für Obdachlose wichtige Eintrittskarte

Deshalb sei der Verein im vergangenen Jahr auf die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte zugekommen. „Wir wurden dann von Seiten der SPD und auch von der FDP gefragt, was kurzfristig helfen könnte“, sagt Susanne Groth von „Leben im Abseits“ dem NDR. „Kurzfristig wären natürlich kostenfreie Ausweise eine Hilfe, denn damit steht und fällt ja alles.“

Denn ohne einen gültigen Personalausweis könnten Obdachlose weder Anträge beim Jobcenter stellen noch ein Bankkonto eröffnen. Auch für die Krankenversicherung und zur Vorlage bei Wohnungsgebern sei ein Ausweis unabdingbar, berichtet Sozialarbeiter Johan Graßhoff dem NDR.

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