• Dirk Kienscherf, Vorsitzender der SPD-Bürgerschaftsfraktion, spricht sich für ein Denkmal der Corona-Denkmal aus.
  • Foto: imago/Chris Emil Janßen

Auch Hamburg soll Corona-Denkmal bekommen

Metropolen wie Paris, New York, London und Madrid haben sie bereits: Denkmäler für die Opfer der Covid-19-Pandemie. Auf Bestreben der SPD-Bürgerschaftsfraktion soll nun auch in Hamburg ein solches Denkmal gebaut werden.

Fast 1600 Menschen sind im laufe der Corona-Pandemie in Hamburg an einer Covid-19 Infektion gestorben. Insgesamt waren es bisher um die 90.000 Menschen in ganz Deutschland. „Die Corona-Pandemie ist eine Zäsur, die unsere Gesellschaft auf lange Zeit prägen wird. Das einsame Sterben auf den Intensivstationen, Beerdigungen im allerkleinsten Kreis und die fortwährende Konfrontation mit der Pandemie haben Angehörigen und Freunden das Abschiednehmen und die Bewältigung ihrer Trauer sehr schwer gemacht“, so Dirk Kienscherf, Vorsitzender der SPD-Bürgerschaftsfraktion. Deshalb wolle man sich dafür einsetzen, dass allen Betroffenen ein Ort gegeben wird, an dem sie Frieden finden und trauern können.

Nach Schleswig-Holstein: Corona-Denkmal für Hamburg

So hat es eine SPD-Initiative in Schleswig-Holstein bereits getan, auf deren Bestreben der dortige Landtag beschloss, einen Gedenkort zur Erinnerung an die Toten der Pandemie zu errichten. „Die SPD-Bürgerschaftsfraktion sieht diesen Schritt als wichtiges Signal und spricht sich für einen ebensolchen ‚Ort der Trauer und Erinnerung‘ in Hamburg aus“, so Felix Koopmann, Pressesprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion.

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Noch gibt es aber keine konkreten Pläne, erst müsse man sich mit den anderen Fraktionen absprechen und einen Vorschlag erarbeitet, so Koopmann. Die CDU habe sich aber bereits dafür ausgesprochen.

Corona-Denkmal: Hamburger Parteien sollen Vorschlag erarbeiten

Claudia Loss, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion, hat das mit der Pandemie verbundene Leid hautnah miterlebt: „Als Krankenschwester auf einer Geriatrie-Station habe ich in der Pandemie viele belastende Situationen erlebt“, erzählt sie. „Pflegekräfte müssen nach wie vor aus Gründen des Gesundheitsschutzes Entscheidungen fällen, die für die trauernden Angehörigen schwer zu ertragen sind. Das führt auch die Kräfte in den Krankenhäusern emotional an ihre Grenzen.“

Ein „Ort der Trauer und Erinnerung“ könne daher auch für Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte zu einem wichtigen Bezugspunkt werden, um die Erfahrungen der Pandemie zu verarbeiten. (mp/cnz)

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