• Gründerin Jennifer Färber (30) möchte mit ihrem Kombucha-Getränk zu einem gesunden Lebensstil anregen.
  • Foto: Patrick Sun

Hamburgerin macht Trend-Getränk – aus einem Pilz!

Sie ist mit Fermentation aufgewachsen – und hat sie jetzt zu ihrem eigenen Beruf gemacht: Jennifer Färber. Mitten in Hamburg auf dem Großmarkt hat die 30-Jährige die erste Kombucha-Manufaktur der Hansestadt eröffnet. Mit „Rho Kombucha“ will sie dem gesunden Trend-Getränk aus Asien einen Hamburger Touch verleihen.

Das fermentierte Teegetränk Kombucha liegt aktuell im Trend. Doch Färber kann bei der Herstellung ihres Produkts bereits auf eine längere Familientradition zurückblicken: „Bei mir in der Familie wird viel fermentiert, zum Beispiel Sauerteig, Kaffee, aber auch Wein“, sagt die Gründerin.

Kombucha-Herstellerin: „Gesundheit fängt im Darm an“

Statt Wein oder Bier fermentiert die Hamburgerin seit 2018 Tee in ihrer Manufaktur. „Das ist ein biochemischer Prozess, bei dem der Zucker in Ethanol und Kohlenstoffdioxid umgewandelt wird. Bei diesem Prozess entsteht eine süß-säuerliche Note“, erzählt sie. Für Kombucha wird ein spezieller Teepilz eingesetzt.

Der Pilz ist das Herzstück der Produktion – ohne Pilz keinen Kombucha.
Der Pilz ist das Herzstück der Produktion – ohne Pilz keinen Kombucha.

Die Gründerin möchte mit „Rho Kombucha“ auch zu einem gesunden Lebensstil anregen. Dank des probiotischen Getränks ließen sich die Darmgesundheit sowie das Immunsystem unterstützen. „Viele wissen nicht, dass unsere komplette Gesundheit im Darm anfängt“, erklärt Jennifer Färber, die selbst eine Autoimmunkrankheit hat.

Rho Kombucha aus Hamburg: „Das Getränk lebt“

Kombucha braucht seine Zeit. So wird bei der Herstellung der Tee nicht erhitzt, sondern traditionell langzeitfermentiert. Wie der Produktname bereits andeutet, ist der Kombucha daher roh. Wichtige Inhaltsstoffe bleiben so erhalten. Gerade das unterscheidet „Rho Kombucha“ von den meist pasteurisierten Konkurrenz-Produkten in den Supermärkten: „Das Getränk lebt“, so Färber.

Erst seit vergangener Woche werden die Flaschen nicht mehr per Hand, sondern maschinell etikettiert.
Erst seit vergangener Woche werden die Flaschen nicht mehr per Hand, sondern maschinell etikettiert.

Neben gesundheitlicher Verantwortung sieht Färber ihr Unternehmen auch sozial in der Pflicht. Von ihren derzeit elf Mitarbeiter:innen, haben drei ein Handicap. Bei der Integration von Menschen mit Behinderung arbeitet die junge Unternehmerin mit der Hamburger Inklusionsfirma Alsterarbeit zusammen.

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Seit der Gründung im Jahr 2018 hat sich einiges getan bei Rho Kombucha. Die studierte Marketing-Expertin produziert mit ihrem Team zur Zeit 15.000 Flaschen im Monat. Neben dem Getränk mit Original-Geschmack sind die Sorten Ingwer-Limette und Hibiskus-Rosa Pfeffer vertreten.

Brauer sitzt vor einem Tank
Lennart Wuchold (22) ist professioneller Brauer und unterstützt die Produktion.

Rho Kombucha-Gründerin: „Aufgeben ist keine Option“

Gerade diese vielschichtige Herstellung von Kombucha verlangt vielschichtiges Wissen. Das ging anfangs nur mit einem professionellen Team aus Brauer:innen, Mikrobiolog:innen und anderen Expert:innen. „Ein Unternehmen zu gründen ist eine Sache, aber eine Produktion aufzubauen, ist eine andere Sache“, sagt die junge Gründerin und führt weiter fort: „Aber aufgeben ist für mich einfach keine Option.“

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