• Jennifer Jasberg ist Fraktionsvorsitzende der Grünen in Hamburg.
  • Foto: Bündnis 90/ Die Grünen

Grüne Fraktionschefin erntet Spott: Tweet zur Ausgangssperre wird zum Eigentor

Beim Thema Ausgangssperre hatte sich Jenny Jasberg, Chefin der grünen Bürgerschaftsfraktion, auf Twitter weit aus dem Fenster gelehnt. Bis ebendiese Maßnahme am Mittwoch vom rot-grünen Senat beschlossen wurde. Nun erntet sie Spott im Netz – und versucht sich aus der Affäre zu lavieren.

„Hamburgs Linie in der Pandemiebekämpfung bleibt streng, die Lage ernst. Aber #Ausgangssperren gibt es unter #RotGrün nicht“, hatte die Fraktionsvorsitzende noch am 23. März klargestellt – und die Begründung für ihre Haltung gleich dazu gereicht: „Solange Menschen bspw. auf Arbeit noch einem Infektionsrisiko ausgesetzt sind, ist nicht plausibel, warum sie spätabends nicht rausgehen sollen.“

Doch dann kam der 31. März – und Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) stellte Hamburg von Karfreitag an unter einen allabendlichen Hausarrest zwischen 21 und 5 Uhr.

Ausgangssperre in Hamburg: Grüne Jasberg erntet Spott

„Manche Versprechen haben eine kurze Halbwertszeit“, twitterte der Hamburger FDP-Politiker Barnabas Crocker süffisant mit dem Hashtag „#Ausgangssperren“ als Antwort auf Jasbergs besagten Tweet vor gut einer Woche.

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Das wollte die Grüne nicht auf sich sitzen lassen – und versuchte sich mit Wortklauberei zu rechtfertigen: „Es gibt in Hamburg weiterhin keine Ausgangssperren“, schrieb sie auf Twitter. Es gebe nur „Beschränkungen, die besagen, dass Treffen nachts nicht stattfinden sollen draußen“. Ihre Ansage an Crocker: „Du bist frei in der Entscheidung dich draußen aufzuhalten nachts.“

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„Bin ich nur sehr begrenzt. Mal eben ins Auto setzen geht z. B. nicht“, setzte der Liberale nach.

Ausgangssperre in Hamburg: Das ist noch erlaubt

Tatsächlich hat Hamburg keine strenge Ausgangssperre wie andere Kommunen, die sogar nächtliche Spaziergänge und Joggingrunden untersagen. Eine abendliche Runde um den Block mit dem eigenen Partner zum Beispiel ist allerdings definitiv verboten. Und das ist selbstverständlich eine Sperre – die Jasbergs Partei mit beschlossen hat. (tst)

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