Anwohnerin Steffi (35) mit ihrer dreijährigen Tochter Martha finden die grünen Oasen super.
  • Anwohnerin Steffi (35) mit ihrer dreijährigen Tochter Martha finden die grünen Oasen super.
  • Foto: Patrick Sun

Grün-Oasen in der Großstadt: Die Guerilla-Gärten von Altona

Altona wird zur Mini-Parklandschaft! Ein Stück hinter dem Bahnhof sind in der Haubachstraße und der Gerichtsstraße mehrere Kleingärten neben dem Fußgängerweg entstanden. Hobby-Gärtner waren die bisherigen Flächen offenbar zu trostlos. Das zuständige Bezirksamt reagiert nun auf die Guerilla-Gärten.

Rosen, Veilchen und Lavendel sprießen neben den sonst grauen Wegen in der Haubachstraße und der Gerichtsstraße aus dem Boden. Und sogar ein Fahrrad wurde in die Gärten integriert. Mit Blumentöpfen in beiden Körben fügt es sich perfekt in das Gesamtbild ein. Das ist „Urban Gardening“. Das Ziel: Hamburgs Stadtbild etwas grüner und schöner machen.  

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In der Gerichtsstraße in Altona wurde das Stadtbild vergrünt.

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Patrick Sun

Steffi (35) wohnt mit ihrer kleinen Tochter Martha (3) in der begrünten Straße. Sie findet die Idee super. „Diese kleinen Oasen peppen das Straßenbild auf. Martha muss auch immer an jeder Blume halt machen – sie liebt alles, was blüht.“ Aber auch für die Natur seien diese Gärten eine schöne Sache. „Es ist auch gut für Insekten“, fährt sie fort, „so entsteht für die ein geschützter Lebensraum.“

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Anwohnerin Eva (52) mag es vor dem Haus gerne bunt bepflanzt.

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Patrick Sun

Die 52-jährige Eva wohnt ebenfalls in der Gegend, sie hat selbst eine Terrasse voll mit Töpfen und Blumen. „Ohne Grün könnte ich nicht leben“, stellt sie klar. „Direkt im Haus sind Mitbewohner, die haben so einen Garten an der Straße angelegt. Ich gebe gerne mal Blumenzwiebeln ab, damit das vor dem Haus auch bunt ist.“

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Felix (52) aus Eimsbüttel hofft, dass die Gärten in Abstimmung mit der Stadt gepflanzt wurden.

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Patrick Sun

Aber neben all der Schwärmerei melden sich auch besorgte Stimmen zu Wort. Felix (52) aus Eimsbüttel sind die idyllischen Gärten ebenfalls aufgefallen. „Es  gefällt mir gut!“, sagt er, „Allerdings sollte es in Abstimmung mit der Stadt organisiert werden. Es kann ja nicht jeder einfach den öffentlich Raum besetzt halten – und sei es auch für das Urban Gardening.“

Urban Gardening in Altona: Das sagt das Bezirksamt

Beim Bezirksamt Altona sind die angelegten kleinen Flächen in der Haubachstraße nicht in Auftrag gegeben worden. „Wir freuen uns, wenn Bürgerinnen und Bürger Interesse daran haben, unsere Straßen und unseren Bezirk grüner werden zu lassen und Patenschaften zu übernehmen“, antwortet das Bezirksamt auf MOPO-Anfrage, verweist allerdings auf eine Anmeldung solcher Aktionen bei der Behörde.

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Das heißt für die Grün-Oase in Altona erst einmal: Aus Sicht des Bezirks spricht nichts dagegen, dass die Gärten dort bleiben können. „Schön wäre es, wenn die gärtnernden Anwohner sich an uns wenden würden, sodass dann ordnungsgemäß eine nachträgliche Pflegevereinbarung abgeschlossen werden kann“, so die Behörde. Die Anwohner wird’s freuen – und vielleicht findet die grüne Idee ja Nachahmer im Bezirk.

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