Einsatzkräfte des Kampfmittelräumdienstes erkunden das Gelände auf der Baustelle auf dem Heiligengeistfeld.
  • Einsatzkräfte des Kampfmittelräumdienstes erkunden das Gelände auf der Baustelle auf dem Heiligengeistfeld.
  • Foto: dpa

Großeinsätze und Corona: Nach Bombenfund in Hamburg: Wie evakuiert man 1100 Menschen?

St. Pauli –

Ein Bombenfund mitten in der City. Ein von der Feuerwehr aus Sicherheitsgründen festgelegter Sperrradius. Die Evakuierung von mehr als Tausend Menschen – und das alles trotz Corona. Der Einsatz am Mittwoch war eine Herausforderung für Einsatzkräfte und Bezirksamt. Die MOPO hakte nach: Wurde improvisiert? Oder gibt es Corona-Notfallpläne?

Vorweg: Die Bombe war am Mittwoch auf dem Heiligengeistfeld problemlos entschärft worden. Am späten Abend wurden dann auch alle Straßen- und Bahnsperrungen aufgehoben. 

Bombenfund in Hamburg: So wurde trotz Corona evakuiert

Doch als Arbeiter die 500 Pfund schwere englische Fliegerbombe bei Sondierungsarbeiten entdeckt hatten, die Feuerwehr den Sprengkörper inspizierte, konnte natürlich noch kein reibungsloser Verlauf vorhergesagt werden. Menschen, die innerhalb von 300 Metern zur Bombe lebten, musste ihre Wohnungen verlassen.

„Das Bezirksamt Hamburg-Mitte hat bereits in der ersten Lockdownphase Pläne entwickelt, um auch unter Corona-Bedingungen Evakuierungsmaßnahmen durchführen zu können“, teilte Sprecherin Sorina Weiland der MOPO mit.

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Jede Evakuierungsmaßnahme sei eine Herausforderung für die beteiligten Einsatzkräfte von Bezirksamt, Polizei, Feuerwehr, den Hilfsorganisationen und noch vielen weiteren Akteuren. „Die Durchführung der Evakuierung am 27. Januar konnte professionell und ohne große zeitliche Verzögerungen durchgeführt werden.“

Es war die erste große Corona-Evakuierung in Hamburg seit Beginn der Pandemie. Nur eine Frage blieb, trotz bereits geschmiedeter Pläne: Wohin nur mit den betroffenen Menschen?

Wie Mitte-Sprecherin Weiland der MOPO bestätigte, handelte es sich immerhin um 1100 Bewohner, die in dem festgelegten Sperrradius ermittelt wurden. 567 Personen mussten letztlich evakuiert werden – der Rest befand sich zur Zeit des Einsatzes nicht in ihren Wohnungen.

Hamburg: Hier wurden die evakuierten Menschen hingebracht

Für die Unterbringung hätte das Bezirksamt die Halle B6 der Messehallen öffnen dürfen – deren Leitung hätte hier „sehr schnell und kooperativ“ gehandelt, so Weiland. Auch die Maßnahmen – das Rausbringen der Menschen und Hinführen in die Halle – sei unter Corona-Gesichtspunkten durchgeführt worden, inklusive der „allgemeinen Abstandsregelungen“.

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