Der kleine Welpe Frankie wurde neben einer Mülltonne in Ottensen gefunden.
  • Der kleine Welpe Frankie wurde neben einer Mülltonne in Ottensen gefunden.
  • Foto: Hamburger Tierschutzverein

Grausam! Wer hat diesen neugeborenen Welpen im Müll entsorgt?

Es sind erschütternde Bilder: Am Samstag wurde ein neugeborener Welpe in Ottensen neben einer Mülltonne gefunden – ohne eine Spur vom Muttertier oder Geschwistern. Dort wurde er anscheinend zum Sterben zurückgelassen. Der Hamburger Tierschutzverein sucht jetzt den Verantwortlichen und hat eine hohe Belohnung ausgesetzt.

Eine Passantin hatte gegen 18 Uhr ein Quieken gehört und den verängstigten Welpen entdeckt. Der Hund lag neben einem der Mülleimer in der Nähe des Restaurants „La Crème de la Crêpe“ in der Straße Am Felde/Ecke Erzbergerstraße. Eine weitere Frau kam ihr zur Hilfe, hielt das kleine Tier warm und rief die Polizei.

Hamburg: Verängstigter Welpe in Ottensen gefunden

Der Welpe wurde so schnell wie möglich ins Tierheim Süderstraße gebracht. „So einen grausamen Fall von Tieraussetzung erleben wir nicht alle Tage – zum Glück“,sagt Urte Inkmann, tierärztliche Leitung des Hamburger Tierschutzvereins. „Ohne Hilfe wäre er innerhalb weniger Stunden qualvoll verhungert, verdurstet oder erfroren.“

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Die Nabelschnur des Welpen war mit medizinischem Nahtmaterial abgebunden worden und der Faden noch vorhanden. Es könnte also sein, dass der Hund zuvor in einer nahegelegenen Tierarztpraxis war. Dem Welpen geht es soweit gut, er wird gepflegt und rund um die Uhr betreut. Getauft wurde er vorerst auf den Namen Frankie.

Hamburger Tierschutzverein kümmert sich um Welpen

Alle zwei bis drei Stunden muss der kleine Frankie jetzt gefüttert werden. Nach ersten Einschätzung könnte er ausgewachsen 30 bis 40 Kilogramm auf die Waage bringen. Um welche Rasse es sich bei ihm handelt, könne noch nicht mit Sicherheit gesagt werden.

Hier ist deutlich der mit medizinischem Nahtmaterial abgebundene Nabel zu erkennen. Frankie muss also kurz vor der Aussetzung mutmaßlich noch zu einer Tierarztpraxis gebracht worden sein.
Hier ist deutlich der mit medizinischem Nahtmaterial abgebundene Nabel zu erkennen. Frankie muss also kurz vor der Aussetzung mutmaßlich noch zu einer Tierarztpraxis gebracht worden sein.

Der Tierschutzverein geht davon aus, dass es sich bei ihm um umgewollten oder „unbequemen“ Nachwuchs handelt. Auch ein Fall von illegaler Vermehrung sei nicht gänzlich auszuschließen. „Das Aussetzen der Tiere stellt einen gravierenden Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar und wird mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 Euro geahndet“, so der Tierschutzverein. Da der Welpe hilflos dem Tod durch Verdursten oder Verhungern ausgesetzt wurde, könne sogar mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder Geldstrafe gerechnet werden.


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Für Angaben, die zur Ergreifung des Täters oder der Täterin führen, hat der Tierschutzverein eine Belohnung in Höhe von 500 Euro ausgesetzt. Die Polizei hat den Fall als Ordnungswidrigkeit eingeschätzt und Anzeige gegen Unbekannt gestellt. (aba)

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