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Blitze sind am 3.5.2001 am Himmel über Hamburg während eines heftigen Gewitters zu sehen.
  • Gewitter über der Stadt: So wie hier am 3.Mai 2001 zuckt es nicht so häufig über den Hamburger Himmel, wie man meinen würde.
  • Foto: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

Gewitterjahr? Von wegen! So viele Blitze schlugen in Hamburg ein

Von jetzt auf gleich verdunkelt sich der Himmel, die Luft füllt sich mit Energie und dann hört man es schon. Ein dumpfes Grollen, das von weit her näher kommt. Und dann: Ein Blitz, der durch die Stadt fährt wie ein Schreck und alles für den Bruchteil einer Sekunde einzufrieren scheint. Nichts bringt einen so nah heran an Naturgewalt wie ein Gewitter. Aber wie häufig sind eigentlich Gewitter und Blitze? Und wo ist die Blitzdichte am höchsten?

Hamburg hat im vergangenen Jahr unter den Bundesländern die dritthöchste Blitzdichte verzeichnet. Rechnerisch schlugen in der Hansestadt 0,81 Blitze pro Quadratkilometer ein, wie der Blitz-Informationsdienst von Siemens mitteilte. Die meisten Blitze je Quadratkilometer gab es in Baden-Württemberg mit 0,97 und in Bayern mit 0,85. Die niedrigsten Werte gab es in Thüringen mit 0,39 und in Bremen mit 0,41.

0,7 Blitze pro Quadratkilometer ist deutscher Durchschnitt

Deutscher Durchschnitt waren etwa 0,7 Blitze pro Quadratkilometer. Damit liegt die Bundesrepublik im Vergleich mit ihren Nachbarländern im Mittelfeld. Die höchsten Blitzdichten in Europa hatten 2022 Montenegro, Bosnien-Herzegowina und Slowenien. Die niedrigste gab es in Irland. Spitzenreiter Montenegro verzeichnete dabei etwa die sechsfache Blitzdichte Deutschlands.

Insgesamt zählte der Informationsdienst 2022 in Deutschland 242.421 Blitzeinschläge. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Messungen im Jahr 1991. 2021 hatte es fast doppelt so oft geblitzt. Grund für den Rückgang sei unter anderem die Trockenheit des vergangenen Jahres. Vor allem im Juni und im August habe bei Temperaturen von mehr als 35 Grad teilweise eine extreme Dürre geherrscht, sagte der Leiter des Informationsdiensts, Stephan Thern. „Für Gewitter braucht es aber beides – Feuchtigkeit und heiße Temperaturen.“

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Am häufigsten schlug es im Süden ein. Dort liegt auch die neue Blitzhauptstadt: Das bayerische Kempten verzeichnete mit 2,45 Einschlägen pro Quadratkilometer vergangenes Jahr die bundesweit höchste Blitzdichte aller Landkreise, Kreise und kreisfreier Städte. Das ist aber vergleichsweise wenig: 2021 hätte dieser Wert nur für Platz 58 gereicht, der damalige Blitzhotspot Starnberg kam auf mehr als das Dreifache.

Am anderen Ende der Skala liegen die Städte Brandenburg an der Havel mit 0,04 und Hof mit 0,07 Blitzen pro Quadratkilometer – beziehungsweise lediglich 10 und 4 Blitzen im ganzen Jahr. Die Blitze werden den Angaben zufolge mit Hilfe von rund 160 miteinander verbundenen Messstationen in Europa gemessen. Obwohl zwischen den Sensoren bis zu 350 Kilometer liegen, können die Blitzeinschläge damit auf bis zu 50 Meter genau ermittelt werden. (mp/dpa)

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