Der Bau der umstrittenen A26 Ost wird nun auch noch deutlich teurer, als ursprünglich geplant. 
  • Der Bau der umstrittenen A26 Ost wird nun auch noch deutlich teurer, als ursprünglich geplant. 
  • Foto: picture alliance/dpa

Geplante Hafenautobahn: Kosten-Explosion: Der große Zoff um die A26 Ost

Umweltzerstörung, Kostenexplosion, nicht zukunftsfähig – der Neubau der Hafenautobahn A26 Ost, die die Lücke zwischen A1 und A7 schließen soll, ist hoch umstritten. Umweltschützer kritisieren den massiven Eingriff in die Natur. Und nun wird das Projekt auch noch deutlich teurer als ursprünglich geplant. 

Die Kosten sind von den Verantwortlichen mit 1,85 Milliarden Euro deutlich höher beziffert worden als bislang. Das liege unter anderem an einem einkalkulierten Risikozuschlag, teilte die Bundesprojektgesellschaft Deges am Donnerstag in Hamburg mit. Vor einem Jahr war noch ein Volumen von rund einer Milliarde angegeben worden.

Hamburg: Der große Streit um die A26 Ost

Doch die Kosten-Explosion ist für Naturschützer nicht das einzige Problem an dem Großprojekt. „Diese Autobahn gehört zu den teuersten und umweltschädlichsten Straßenneubauprojekten in Deutschland. Mit rund zwei Milliarden Euro Steuergeld wird auf knapp zehn Kilometern Länge eine Naturlandschaft mit Moorböden sowie seltenen Tier- und Pflanzenarten zerstört“, kritisiert Christiane Blömeke, die Vorsitzende des BUND Hamburg.

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Je nach Abschnitt werden auf der geplanten Hafenpassage 40.000 bis 60.000 Fahrzeuge täglich erwartet, ein großer Teil davon Lastwagen. Nach Auffassung der Verkehrsbehörde entlastet die A26 die Stadtteile Wilhelmsburg und Harburg von Lärm und Schadstoffemissionen und bündelt die Transitverkehre.

Großprojekt im Hamburger Süden: 2031 soll die A26 Ost fertig werden

Für den Teil „Wilhelmsburg“, zu dem ein Tunnel gehört, sollen von Montag an nun im Bezirksamt Hamburg-Mitte die Planfeststellungsunterlagen ausgelegt werden – auch online wird ein Einblick möglich sein. Baubeginn für den letzten der drei Abschnitte könnte 2025 sein. Fertiggestellt werden soll die A26 Ost voraussichtlich 2031.

Naturschützer rufen die Hamburgerinnen und Hamburger indes dazu auf, Einwendungen gegen den geplanten Bau bei der Stadt einzureichen. Der NABU startete deswegen im Februar eine sogenannte „Protestmailing“-Aktion. Bereits rund 28.000 Menschen beteiligten sich an der Aktion und schrieben eine Nachricht an den ersten Bürgermeister Peter Tschentscher.

Naturschützer sauer: A26 ist „Dinosaurier des Jahres 2020“

„Wir stecken mitten in einer beängstigenden Klimakrise und brauchen zukunftsfähige Verkehrskonzepte – das heißt, einen massiven Ausbau des öffentlichen Personenverkehrs und eine größtmögliche Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene. Wer jetzt Autobahnen baut und dafür Naturlandschaften zerstört, zerstört die Zukunft unserer Kinder und Enkel“, warnt Christiane Blömeke.

Der Nabu zeichnete die A26 Ost wegen der Zerstörung von Natur und Lebensräumen im vergangenen Jahr mit dem Negativpreis „Dinosaurier des Jahres 2020“ aus. Sie fordern anstelle der neuen Autobahn einen Ausbau der bestehenden Hafenroute über den Veddeler Damm. (hb)

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