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Geniale Idee: Hamburger Bistro-Besitzer sagt Corona den Kampf an

Eimsbüttel –

Die Gastronomen in Hamburg hoffen, dass sie ihre Restaurants, Bars und Cafés bald wieder öffnen können. Ein Normalbetrieb ist jedoch wegen Corona kaum möglich. Ein Hamburger Gastronom hat eine geniale Idee, wie ein Restaurant-Betrieb in Zeiten der Virus-Epidemie funktionieren könnte.

Die Gastronomie in Hamburg ist weiterhin stark eingeschränkt. Speisen können lediglich mitgenommen oder geliefert werden – ein Verzehr in Restaurants ist verboten. Gastronomen machen sich jedoch schon jetzt Gedanken, wie es weitergehen kann – so auch der Hamburger Bistro-Betreiber Denis Mehinovic, der einen Laden in Eimsbüttel betreibt. Aktuell könne er nur Brötchen verkaufen, doch das sei eher ein Service und weniger ein Geschäft, sagt er im Gespräch mit der MOPO.

Bistro-Betreiber in Eimsbüttel: „Wir müssen wieder Geld verdienen“

Er hofft, so wie viele andere Hamburger Gastronomen, bald wieder öffnen zu können. „Wir müssen wieder Geld verdienen.“ Damit das auch in Corona-Zeiten klappt, hat er zusammen mit einem befreundeten Architekten ein Konzept entworfen, wie die Kontaktvermeidung auch in einem Restaurant oder Bistro funktionieren kann – samt Prototypen.

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Bistro-Betreiber Denis Mehinovic

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„Ich hole in dem Laden immer meine Brötchen. An einem Tag haben wir uns dann über seine und die schwierige Situation aller Gastronomen unterhalten – dabei kam uns dann die Idee, das Restaurant einfach in mehrere Zimmer aufzuteilen“, sagt Architekt Stefan Scholz im MOPO-Gespräch. Gesagt – getan. In kürzester Zeit zogen Helfer eines befreundeten Malerbetriebs gehobelte Latten hoch und bespannten sie mit Folie, erklärt er der MOPO.

Konstruktion kann ohne bleibende Schäden wieder entfernt werden

Die Konstruktion müsse nicht an die Wände montiert werden, sondern werde einfach dazwischen gepresst, macht Architekt Scholz deutlich. „Das hat den Vorteil, dass man die Konstruktion ohne bleibende Schäden wieder entfernen kann.“

„Alles kann in ein bis zwei Tagen aufgebaut werden“, sagt Ladenbetreiber Mehinovic. Der Aufbau solle auch als Muster für andere Betriebe dienen. „Wir haben es gebaut, damit es sich auch andere Gastronomen angucken können.“ Der Bau könne leicht auf andere Räume angepasst werden. Viele Kollegen fänden die Idee gut. 

Video: Gastronomen kämpfen um Existenz

„Die Räume sind gedacht als Familienzimmer. Familien dürfen in den eigenen vier Wänden ja auch alles – warum also nicht auch hier? Sie kommen ja auch jetzt schon, um sich das Essen rauszuholen. Warum liefern wir das Essen also nicht einfach intern in die vorhandenen Zimmer?”

Kontaktvermeidung durch zeitlich abgestimmte Reservierungen

Die Kontaktvermeidung will der Hamburger Gastronom mit einem bestimmten Reservierungs-Konzept sicherstellen: „Man kann pro Tisch in meinen Bistro etwa eine Stunde pro Gruppe an Zeit rechnen.“

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So könnte die Öffnung der Gastronomie in der Coronakrise klappen.

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Anschließend könne man in einem Zeitfenster von etwa 15 Minuten den Tisch reinigen und desinfizieren und für die nächsten Gäste vorbereiten, erklärt er. Um Kontakte zwischen den Gästen zu vermeiden, werden die Tische zeitlich versetzt reserviert. „Dann habe ich alle Hygiene-Maßnahmen berücksichtigt und es kommt zu keinem Kontakt zwischen den verschiedenen Personengruppen.“ 

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Jetzt liegt es an der Politik in Hamburg, weitere Maßnahmen für die Gastronomie zu treffen. Solche Ideen helfen sicherlich, den Prozess für die Gastronomie voranzutreiben. Vielleicht kommt ja auch schon bald wieder Leben in die Branche. Das lässt jedenfalls die Aussage von Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher vermuten: „Im Vordergrund steht für mich, dass wir in der Gastronomie weiterkommen“, sagte er auf der Landespressekonferenz am Dienstag.

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