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Seemannsheim Hamburg
  • Das Seemannsheim in Hamburg am Fuße des Michels
  • Foto: picture alliance/dpa/Ulrich Perrey

Geld wird knapp! Hilferuf aus Hamburgs Seemannsheim

Immer mehr Seeleute wollen im Heim der Deutschen Seemannsmission in Hamburg übernachten – und viele von ihnen brauchen psychologische Betreuung. Das treibt die Kosten in die Höhe.

Im Seemannsheim in der Nähe des Hamburger Michels haben im vergangenen Jahr Seeleute aus aller Welt deutlich häufiger übernachtet als 2022. Insgesamt seien 25.663 Übernachtungen im Seemannsheim am Krayenkamp registriert worden, teilte die Deutsche Seemannsmission am Montag mit. Das seien mehr als 16 Prozent mehr als im Vorjahr gewesen – ähnlich viele wie vor der Corona-Zeit. 2018 waren fast 24.400 Übernachtungen gezählt worden.

Gleichzeitig sei auch die Nachfrage nach psychosozialer Betreuung und Unterstützung etwa bei Behördengängen nach wie vor hoch. Die Mitarbeitenden des Seemannsheims führten den Angaben zufolge 740 Beratungsgespräche (2022: 812), davon allein 46 zu den Themen „Pflege und Pflegebedürftigkeit“. „Diese Aufgabenbereiche nehmen zu, weil die Zahl älterer Seeleute, die dauerhaft im Seemannsheim leben, steigt“, sagt Felix Tolle, Geschäftsführer des Hauses am Krayenkamp. In dem Heim arbeiten 20 Männer und Frauen.

Inflation treibt die Kosten in die Höhe

Trotz der höheren Zahlen seien die Einnahmen nicht gleichwertig mitgestiegen. Tolle: „Denn auch bei uns ist die Inflation ins Haus geschwappt. Die Kosten für Energie und Personal sind gestiegen.“ Einiges davon lasse sich etwa durch touristische Nutzung abfangen. So können 22 der 83 Zimmer von Reisenden gebucht werden.

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Weiteres Geld kommt über Spenden und die Schiffsabgaben der Reeder in die Kassen. „Aber wir können jede Hilfe von außen brauchen“, so Tolle. Für die kommende Zeit stehen den Angaben zufolge viele Sanierungen in dem vor 65 Jahren eröffneten Haus an. Tolle weiter: „Wir hoffen auf Rückenwind, auch durch den Senat.“ (dpa/mp)

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