Die Discounter Christian Ulmen Amazon Prime
  • Erfolgscrew: Emil Belton (1.v.l.) Christian Ulmen (2.v.l.) , Oskar Belton (vorne) und Bruno Alexander (2.v.r.).
  • Foto: Pyjama Pictures GmbH_Manju Sawhney

Hamburger Serie wird zum Amazon-Hit – das steckt dahinter

Alltagswahnsinn im Supermarkt inszeniert zu Comedy-Gold: Kaum eine Serie wird gerade so gefeiert wie „Die Discounter“ auf Amazon Prime. Entwickelt von drei jungen Hamburgern, produziert von Christian Ulmen, schaut die hauptsächlich improvisierte Mini-Serie hinter die Kulissen eines fiktiven Supermarktes in Hamburg-Altona – und trifft voll und ganz den Nerv des Publikums.

„Beste Serie des Jahres“, „gelungen“ oder „deutsche Comedy der guten Sorte“: Alles Auszüge aus dem positiven Kritik-Feuerwerk, nachdem die „Die Discounter“ im Dezember startete. Auch die Zuschauer:innen sind begeistert, gaben bei Amazon Prime bereits 4,6 von 5 Sternen.

Zu sehen ist in den zum Großteil improvisierten Szenen ein buntes Potpourri aus Supermarkt-Alltag: Streit mit der Konkurrenz-Filiale in Eimsbüttel, Liebeleien zwischen den Angestellten oder aufgezwungene Team-Trainings. Gedreht ist die zehnteilige Supermarkt-Comedy im „Mockumentary“-Stil, sprich: Durch Handkamera und wackelige Bilder entsteht der Eindruck einer Fake-Dokumentation.

Amazon Prime Die Discounter
Filialleiter Thorsten (Marc Hosemann, ganz rechts) mit seinen Mitarbeiter:innen.

„Die Discounter“ auf Amazon Prime: Hamburg-Serie wird zum Hit

Dabei wird das Leben und Arbeiten in der fiktiven Supermarktkette „Feinkost Kolinski“ in kleineren und größeren Pannen inszeniert, zwischendurch  äußern sich die Beteiligten in kurzen Interviewsequenzen. Quasi „Stromberg“ nur im Supermarkt. Den Erfolg der Serie sehen Kritiker:innen vor allem in dem derben Humor, der der Ulmen-Serie „Jerks“ ähnelt – und der Frische und Unverbrauchtheit der Schauspieler:innen.

Denn: Der Hauptcast ist außer Marc Hosemann, Gaby Kunstmann und Wolfgang Michael vor allem eins: jung. Kein Wunder, denn Idee zur Serie, Drehbuch und Regie stammen von drei 23-jährigen Hamburger Kumpels, den Zwillingen Oskar und Emil Belton und Bruno Alexander, die alle selbst ebenfalls in der Serie mitspielen.

Christian Ulmen produziert Serie „Die Discounter“

Die Serien-Shootingstars waren gemeinsam auf dem Gymnasium und drehen seit der fünften Klasse zusammen Filme, wie sie im Interview mit „Zeit Campus“ verrieten. Inspiriert zu „Die Discounter“ wurden sie tatsächlich von „Jerks“, von der sie, wie sie selbst sagen, „Fanboys“ sind. „Wir dachten alle: Das ist es. So was müssen wir für Jugendliche erzählen, so cringe, so witzig, mit unserer Sprache“, so Emil Belton.

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Sie produzierten ihre eigene Webserie „Intimate“ und taten alles dafür, dass Ulmen auf sie aufmerksam wird. „Wir wollten, dass er mit uns arbeitet“. Nach vier Jahren schickte der Tatort-Schauspieler und Serienmacher dann die sehnlichst erwartete Sprachnachricht: „Ich hab ‚Intimate‘ gesehen, geiles Ding, euer Humor gefällt mir. Ich habe ’ne Serie auf dem Tisch. Wenn ihr Bock habt, könnt ihr das machen.“  „Wir haben geweint“, so Oskar Belton.

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Für die drei war der „Discounter“-Dreh wie eine Ausbildung beim Film, sagen sie im Nachhinein, denn: Zuvor hagelte es für sie alle Absagen von großen Filmhochschulen. Die dürften sich das nun vielleicht nochmal überlegen, nach diesem Comedy-Gold.

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