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Gangster-Krieg in Hamburg: Kopfgeld auf den Rocker-V-Mann

Jan „Miami-Gianni“ Sander war mal ’ne ziemlich große Nummer im Hamburger Rotlichtmilieu. Doch dann wechselte er die Seiten, wurde V-Mann der Polizei. Nun hat eine Rockerbande, deren Mitglieder er verpfiff, angeblich 100.000 Euro Kopfgeld auf den 42-Jährigen ausgesetzt.

Die Rockergang, die sich Sander so arg zum Feind gemacht hat, nennt sich Satudarah und kommt ursprünglich aus den Niederlanden. Noch bis vor einigen Jahren waren fünf der meistgesuchten niederländischen Verbrecher Satudarah-Rocker. Sie sind mit den Hells Angels verfeindet und wollten in Nordrhein-Westfalen Dependancen einrichten. Sehr zum Missfallen der örtlichen Hells Angels. Es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.

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Die Rockerbande „Satudarah“ wurde 1990 in Holland gegründet und ist dort seit 2018 verboten.

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Nachdem es Jan Sander nach einigen Ballereien vorzog, Hamburg zu verlassen, machte er Karriere bei diesen Holland-Rockern. Er wurde sogar Vize-Präsident der Duisburger „Ortsgruppe“. Da war Sander nach eigener Aussage schon V-Mann der Polizei. Zunächst arbeitete er angeblich für das Hamburger Landeskriminalamt. Sein dortiger Kontaktmann hatte Sander dann nach eigener Aussage den Kollegen in Nordrhein-Westfalen wärmstens empfohlen. Man wurde sich einig und Sander unterwanderte Satudarah.

Hells Angels wollten Panzerfaust einsetzen

2013 informierte er dann – nach eigener Angabe – die Kripo, weil Satudarah-Mitglieder angeblich einen Anschlag auf ein Bordell der Hells Angel planten und dabei sogar eine Panzerfaust einsetzen wollten.

Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) schlug zu und verhinderte den Anschlag. Sander wurde belobigt. Doch dann griff er im Streit um den Preis für eine Motorrad-Reparatur zur Neun-Millimeter-Pistole, bedrohte und beraubte einen Mechaniker. Nun holte ihn das SEK. Sander bekam wegen seiner kriminellen Vergangenheit sechs Jahre Knast aufgebrummt, saß bis 2019 im Gefängnis.

Jan „Miami Gianna“ Sander (42) nach seiner Haftentlassung 2019.

Jan „Miami Gianna“ Sander (42) nach seiner Haftentlassung 2019.

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Der „Bild“ sagte er nach der Entlassung über seine Zukunftspläne: „ Ich plane nach Corona eine Karriere am Ballermann als Entertainer oder Sänger“. Gegenüber der MOPO gab sich Sander etwas bescheidender, wollte „irgendetwas im kaufmännischen Bereich“ machen.

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Jan Sander: Kopfgeld ist zu hoch

Doch nun holt ihn seine Vergangenheit sein. Wer ihn umlegt, soll ihm angeblich einen Finger mit Satudarah“-Tätowierung abschneiden und den ausgespähten Rockern vorlegen. Dann gäbe es die Belohnung. Sander bestätigte gegenüber der MOPO, dass er auch von dieser Belohnung gehört habe. Die kolportierte Summe von 100.000 Euro aber hält er allerdings für zu hoch.

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