Das Hauptgebäude der Uni Hamburg.
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Gaming-Laptops und IT für 70.000 Euro: Wurden an der Uni Hamburg Gelder verprasst?

AStA-Ärger an der Uni Hamburg: Weil die Studierendenvertreter IT-Technik für über 70.000 Euro orderten, herrscht dicke Luft an der Universität. Es geht um Gaming-Laptops, mangelnde Preisvergleiche und verantwortungsloses Wirtschaften. Laut Wirtschaftsrat wurden rund 14.000 Euro zu viel ausgegeben – der AStA wiederum widerspricht der Darstellung deutlich.

Es ist eine Stellungnahme, die sich gewaschen hat: Am 14. Dezember veröffentlichte der Wirtschaftsrat an der Uni Hamburg ein vernichtendes Urteil über die Haushaltsführung des AStAs für die Jahre 2018/2019 – die Vorwürfe gehen soweit, dass die verantwortlichen Ratsmitglieder den AStA für die Jahre nicht entlasten wollen. Die Missbilligung bezieht sich auf IT-Infrastruktur, die der AStA beschafft hat und wofür er laut Wirtschaftsrat 73.878,76 Euro ausgab. Gekauft wurden 34 PCs, vier Gaming-Laptops, zwei Server und Softwarelizenzen.

Uni Hamburg: Wirtschaftsrat wirft AStA vor, 14.000 Euro zu viel ausgegeben zu haben

Kritikpunkt des Wirtschaftsrates in der Stellungnahme: „Der AStA hat sich vor der Anschaffung nicht über marktübliche Angebote für Anschaffungen und Installationen dieser Art informiert. Es fehlen nicht nur zwingend vorgeschriebene Vergleichsangebote, sondern überhaupt ein vollständiges Angebot.“ Des Weiteren habe der AStA dem Wirtschaftsrat nicht einmal eine Rechnung vorgelegt, die die einzelnen Ausgaben belegen würde.

Und dann hat der Wirtschaftsrat selbst nachgerechnet und stellte fest: „Schaut man nach den Spezifikationen der Bauteile aus einem der real angeschafften Rechner in Preistabellen von zwei Vergleichsportalen (…), ergibt sich übereinstimmend ein Gesamtpreis von rund 14.000 Euro unterhalb des gezahlten Betrages.“ Hat der AStA etwa 14.000 Euro studentischer Gelder einfach aus dem Fenster geworfen?

Uni Hamburg: AStA wehrt sich gegen Vorwürfe

Das sieht der Pressesprecher des jetzigen AStA, Karim Kuropka, der auch dem damaligen AStA bereits angehörte, anders. Die IT-Infrastruktur musste laut Korpka ausgetauscht werden, da sie bereits über zehn Jahre alt war. „Im Rahmen der Erneuerung wurde dabei lediglich die bereits vorher vorhandene Anzahl an Rechnern und Laptops beschafft.“ Dies habe man zusammen mit einer IT-Firma gemacht, die mit „Gegebenheiten und Bedürfnissen der verfassten Studierendenschaft umfassend vertraut ist“. Dass man 14.000 Euro zu viel bezahlt habe, lässt er nicht auf sich sitzen.

„Die Behauptung, dass womöglich 14.000 Euro hätten gespart werden können, ist eine bewusste Falschbehauptung“, so Kuropka zur MOPO. Man habe dem Wirtschaftsrat bereits umfassend erklärt, dass aufgrund des internen Netzwerkaufbaus die Rechner baugleich sein müssten, deshalb „können die Rechner und zusätzliche Komponenten nicht nach Belieben bei Anbietern für den Privatgebrauch bestellt werden“. Außerdem sei ein Vergleichsangebot eingeholt worden, die entsprechende Firma habe jedoch 120.315,20 Euro veranschlagt.

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Weiter habe man hochwertige PCs beschafft, da sie zehn Jahre halten sollten – Gaming-Laptops seien „selbstverständlich nicht zum Gaming beschafft worden, sondern weil in ihnen anspruchsvolle Grafikkarten verbaut sind, wie sie für Video- und Bildbearbeitung nötig sind“. Er wirft dem Wirtschaftsrat vor, die Angelegenheit bewusst zu dramatisieren und den Eindruck zu erwecken, „der AStA würde Geld zum eigenen Spaß verprassen“.

Vorbei ist die Sache definitiv noch nicht: „Der damalige AStA bewertet die Nichtentlastung durch den Wirtschaftsrat als massive sachliche Fehleinschätzung und wird Rechtsbeschwerde bei den entsprechenden Aufsichtsgremien einlegen“, so Kuropka. 

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