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Gallina und das Hummer-Essen: Jetzt spricht Hamburgs Grünen-Fraktionschef

Der Spesen-Skandal um Michael Ostenburg, dem ehemaligen Grünen-Fraktionschef im Bezirk Mitte, beschäftigt Hamburger nun schon seit Monaten: Dem Politiker wird vorgeworfen, mehr als 67.000 Euro für private Ausgaben veruntreut zu haben. Und mittendrin in der Diskussion: Hamburgs Justizsenatorin Anna Gallina (Grüne), die mit Ostenburg liiert war. Die große Frage: Wie viel wusste sie? Jetzt kommt ihr Parteikollege und Grünen-Fraktionschef Dominik Lorenzen zu Hilfe.

„Die öffentliche Vorverurteilung baut offensichtlich auf der festen Überzeugung auf, dass man es zwingend wissen muss, wenn ein Lebenspartner sich illegal verhält“ schreibt Dominik Lorenzen, Fraktionschef der Hamburger Grünen, am Samstag auf Facebook. „Das irritiert mich sehr.“

Spesen-Skandal: Hamburgs Grünen-Fraktionschef verteidigt Justizsenatorin Anna Gallina

Dabei zieht Lorenzen Parallelen zu seinem eigenen Verhalten: Er selbst würde auch erst mal alle Kaufbelege einstecken und sie üblicherweise nach einer Zeit wegschmeißen, berichtet der Politiker in dem Facebook-Post. „Meine Frau hätte keine Chance in irgendeiner Weise zu überprüfen, welche Belege ich dann später wo zur Abrechnung einreiche.“ Fraktionschef Lorenzen fordert nun, das Ergebnis der Ermittlungen abzuwarten. Er bittet alle , einmal tief durchatmen, schreibt er. „Lasst uns bitte nicht Opfer zu Tätern machen.“

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Bei dem Spesen-Sumpf ging es zunächst um private Abendessen, die Ostenburg über Fraktionsgelder abgerechnet haben soll. Dann steigerten sich die Vorwürfe über Kinderbetreuungskosten und elektronische Geräte bis hin zu einer Privatreise nach Mallorca. Die Ermittlungen dauern noch an.

Umstrittenes Hummeressen: Senatorin Gallina hat sich entschuldigt

In diesem Zuge war auch ein Hummeressen nach einem Einsatz für Geflüchtete 2017 auf Malta ins Visier der Ermittlung geraden – und hatte für Empörung gesorgt. Dafür hat sich Gallina kürzlich entschuldigt. Selbst Hummer gegessen habe sie aber nicht. (ncd)

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