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Friseure, Weihnachtsmärkte, Laternelaufen: Was darf man noch im Lockdown?

Die Elphie ist dicht, obwohl selbst der Bürgermeister darin keine große Infektionsgefahr sieht. Gottesdienste bleiben erlaubt – warum eigentlich? Wieso dürfen wir weiter zum Friseur aber nicht zur Kosmetik? Weshalb bezeichnet der Schulsenator das Offenbleiben der Schulen als „Geschenk“? Müssen die Hamburgs Hotels am Montag alle Gäste rauswerfen? Die MOPO beantwortet die Fragen rund um den neuen Lockdown. 

Warum werden Restaurants, Kinos, Theater und Oper geschlossen, obwohl gerade diese Bereiche wirksame Hygienekonzepte vorlegen können?

Auf der Pressekonferenz nach einer Sondersitzung des Senats erklärte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), dass es im November darum gehe, die Wirtschaft möglichst am Laufen zu halten und gleichzeitig „vermeidbare Freizeitkontakte“ und unnötige Mobilität zu unterbinden. Ziel sei es, die Corona-Ansteckungen unter Kontrolle zubringen, bevor das Gesundheitssystem die Welle an Infektionen nicht mehr bewältigen kann. Weil Menschen in Kultur und Gastronomie zu „vermeidbaren Kontakten“ zusammentreffen, weil sie auch auf dem Weg dorthin auf eine Vielzahl anderer Menschen treffen, müssten diese Bereiche nun heruntergefahren werden. Tschentscher: „Es geht nicht darum, dass diese Bereiche besonders gefährlich sind. Es geht nur darum, die Kontakte zu reduzieren.“

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Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD, 2.v.r), an der Seite von Schulsenator Ties Rabe (SPD), Innensenator Andy Grote (SPD), Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Bündnis 90/Die Grünen) und Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD, von l. nach r.).

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Warum bleiben Friseure diesmal geöffnet?

Haareschneiden gehört nicht zu den „vermeidbaren Freizeitkontakten“, so der Bürgermeister: „Der Friseurbesuch gehört zur Körperhygiene dazu. Das unterscheidet ihn von anderen körpernahen Dienstleistungen, wie sie etwa in Kosmetik- der Tattoostudios erbracht werden.”

Warum bleiben Gottesdienst trotz mehrerer Corona-Ausbrüche in Gemeinden erlaubt?

Knappe Antwort des Bürgermeisters: „Weil die Religionsausübung eine andere Qualität hat als Sport, Kultur und Freizeitgestaltung.“

Warum wird Amateursport verboten, während die Profis weitermachen dürfen?

Innen- und Sportsenator Andy Grote (SPD) erklärt, dass es sich beim Amateursport um „vermeidbare Kontakte im Freizeitbereich“ handele, während es im Profibereich auch um wirtschaftliche Belange gehe. Außerdem können man Profisportler nicht einfach mit einem Berufsverbot belegen. 

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Innen- und Sportsenator Andy Grote (SPD)

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Wie werden Privatpartys bestraft?

Innensenator Grote: „Wir werden im privaten Bereich sensibel vorgehen, aber wenn wir einen Hinweis auf eine wilde Party haben, dann werden wir vor der Tür stehen und dann wird das kein freundlicher Kontakt.“ Heißt konkret: Die Feier wird aufgelöst, es werden Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

Was ist mit Laternenumzügen?

Die sind wie alle privaten Treffen mit maximal zehn Personen aus zwei Haushalten erlaubt. Sozialsenatorin Melanie Leonhard mahnt jedoch: „Jeder soll sich fragen, ob man in  diesem Jahr nicht auch mal nur mit der eigenen Familie Laterne laufen kann.“

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Menschen sollen sich nicht treffen im November: Der Kiez und die gesamte Gastronomie wird geschlossen.

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Wird es Weihnachtsmärkte geben?

Peter Tschentscher: „Die Wahrscheinlichkeit für normale Weihnachtsmärkte ist sehr, sehr gering.“ Vorstellbar sei eher, dass Weihnachtsstimmung auf den Straße durch „einzelne Situationen“ hergestellt werde.

Was ändert sich ab Montag an den Schulen?

Die Maskenpflicht im Unterricht gilt bereits ab Klasse fünf. Ausnahmen: Auf den Schulhöfen dürfen die Masken abgenommen werden, sofern sich nur ein Jahrgang dort aufhält und 1,50 Meter Abstand gehalten werden kann. Im Musik- und Sportunterricht können die Masken ebenfalls abgelegt werden, dann allerdings mit einem Mindestabstand von 2,50 Meter.

Und: Alle Schulen bekommen 400 Euro pro Klassenzimmer. Von dem Geld sollen etwa Plexiglasscheiben vor den Pulten oder CO2-Warner bezahlt werden.

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Schluss mit Hamburg-Trips: Touristen dürfen ab Montag nicht mehr beherbergt werden.

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Schulsenator Ties Rabe (SPD) bezeichnet es als „Geschenk“, dass die Schulen offen bleiben. Wie meint er das?

Rabe erklärte, dass die offenen Schulen ein „Geschenk sind, das auch von denen mitfinanziert wird, die vom Lockdown betroffen sind.“ Auch an Schulen käme es zu Kontakten, auch Schüler sind mobil, aber während diese Mobilität in anderen Bereichen möglichst auf Null gebracht werden soll, „wird der Bereich Schule besser gestellt.“ Und weiter: „Das ist ein Geschenk, mit man verantwortungsvoll umgehen sollte.“

Finden Volkshochschulkurse statt?

Ja. Die Hamburger Volkshochschule bleibt als Bildungseinrichtung offen, die Präsenzkurse können weiterhin stattfinden.

Müssen Hotels ihre Gäste am Montag auf die Straße setzen?

Was mit bereits angereisten Touristen passiert, steht noch nicht fest. Neue Gäste, die zum Vergnügen nach Hamburg reisen wollen, dürfen nicht mehr beherbergt werden. Auch nicht in Ferienwohnungen.

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