In Kiel startet der Prozess um einen schweren Autounfall mit drei Toten.
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Frau sollte für Ausweispapiere mit Männern schlafen

Er soll einer Frau aus Ghana versprochen haben, ihr Ausweispapiere zu besorgen. Dafür soll er jedoch von ihr verlangt haben, sich zu prostituieren. Jetzt muss sich ein 48-Jähriger dafür vor Gericht verantworten.

Seit 2016 lebte eine Frau aus Ghana in Deutschland. Ohne Papiere. Im Januar 2020 wollte ihr ein 48-Jähriger Ausweispapiere besorgen. 11.000 Euro soll er laut Anklage dafür von ihr gefordert haben. Weil sie die große Summe jedoch nicht aufbringen konnte, machte er ihr einen widerlichen Vorschlag: Die Frau sollte sich dafür prostituieren. Die hierdurch erzielten Gewinne – so der Angeklagte – würden geteilt werden. Doch die Frau weigerte sich.

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Es war der Moment, indem der Angeklagte Druck ausgeübt und ihr „Probleme“ angedroht haben soll. Schließlich willigte sie ein. Bis Oktober 2020 musste sie immer wieder mit fremden Männern schlafen. Doch das Geld kassierte nicht die Frau, sondern der 48-Jährige. Der schaffte auch die Kunden ran. Pro Freier gab er der Frau laut Staatsanwaltschaft nur 40 bis 50 Euro. Auf ihre Ausweispapiere wartete sie vergeblich.

Mann wegen Zwangsprostitution vor Gericht

Ab Montag wird dem Mann wegen Zwangsprostitution der Prozess vor dem Amtsgericht St. Georg gemacht.

Erst im Mai war in Hamburg ein 35-Jährigen verhaftet worden, weil er eine erst 17-Jährige zur Prostitution gezwungen haben soll. Dabei soll er dem Teenager nach dem Kennenlernen zunächst die große Liebe vorgegaukelt haben. Später soll er sie dazu gebracht haben, in mehreren sogenannten Modellwohnungen in Barmbek-Süd und Niendorf mit fremden Männern zu schlafen. Das Geld, das sie verdiente, musste sie am Ende jeder „Schicht“ dem 35-Jährigen aushändigen.


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Die junge Frau vertraute sich einer Hilfsorganisation an und später der Polizei, die mit Hilfe der Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl für den mutmaßlichen Zuhälter sowie Durchsuchungsbeschlüsse für die Modellwohnungen und seine eigene Wohnung erwirkte. Dort stellten die Beamten verschiedene Datenträger als Beweismittel und im Zuge des Arrestbeschlusses auch mehr als 6600 Euro in bar, Schmuck und eine hochwertige Armbanduhr sowie größere Mengen Dopingmittel sicher.

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