Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender, die die Laudation auf die „Schule gegen Sexismus“ der Hamburger Organisation Pinkstinks hielt.
  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender, die die Laudation auf die „Schule gegen Sexismus“ der Hamburger Organisation Pinkstinks hielt.
  • Foto: picture alliance / dpa | Bernd von Jutrczenka

Frank-Walter Steinmeier und die ausgezeichnete „Schule gegen Sexismus“

Prominenter Fan für die Hamburger Organisation Pinkstinks Germany e.V.: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier lobt die Bildungsplattform „Schule gegen Sexismus“, die als Gegenbewegung zu sexistischen Inhalten im Netz aktiv ist. Jetzt wurde Pinkstinks von Meta und der Stiftung Digitale Chancen mit dem mit 5000 Euro dotierten Gender Equality Preis des Smart Hero Award ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Steinmeiers Frau Elke Büdenbender: „Pinkstinks und andere Initiativen halten gegen Sexismus im Netz – und dafür bin ich ihnen unendlich dankbar! Denn jeder Hasskommentar, jede Nachricht mit bedrohlichem Text oder Fotos von Geschlechtsteilen ist ein Kommentar, eine Nachricht und ein Foto zu viel.” Die MOPO sprach mit Pinkstinks-Gründerin Stevie Schmiedel.

MOPO: Glückwunsch zum Preis!

Stevie Schmiedel: Ja, wir freuen uns sehr! Besonders, weil Elke Büdenbender, die Frau von Frank-Walter Steinmeier, die Laudatio für die Schule gegen Sexismus sprach.

Stevie Schmiedel
Stevie Schmiedel, Genderforscherin und Gründerin von Pinkstinks

Was ist das denn für eine Schule?

Das ist eine Online-Volkshochschule für alle, sage ich immer. Es gibt immer ein Video, in dem erklärt wird, warum etwas sexistisch ist. Zum Beispiel hat Influencerin Stefanie Giesinger neulich über sexuellen Konsens gesprochen, also das Thema ,nein heißt nein‘. Oder Jochen Schropp, der hat neulich über toxische Männlichkeit gesprochen. In diesen Videos, die auf Social Media laufen, wird auf die entsprechenden Beiträge in der Schule gegen Sexismis hingewiesen, in denen diese Begriffe dann ganz niedrigschwellig erklärt werden. Die Leute erfahren also, warum Feminismus gar nicht wehtut. Es kann auch jeder Fragen stellen, wie in der Schule.

Toxische Männlichkeit und Sexismus am Arbeitsplatz sind ja gerade ein Riesenthema, seit Springer den „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt gefeuert hat.

Solche Skandale wie um Julian Reichelt würde ich zum Anlass nehmen, die Redaktionslandschaft generell mal anzugucken und sich zu fragen, warum es in den großen Redaktionen so wenig Frauen in Führungspositionen gibt. Und warum berichten Medien über Feminizide immer noch als „Sex-Verbrechen“? Warum sind nur 36 Prozent der Abgeordneten im Bundestag weiblich? Das sind die wichtigeren Themen.

Der Preis wird auch von Meta vergeben, zu dem Facebook und Instagram gehören, die ja jede Menge Sexismus verbreiten.

Absolut, gerade über Instagram flutet ein unglaublicher Sexismus in die Kinderzimmer, ein Frauenbild wie in den 50er Jahren. Aber ohne Facebook und Instagram wäre Pinkstinks niemals so bekannt geworden, das ist die andere Seite. Frank-Walter Steinmeier hat uns auf seinem eigenen Instagram-Kanal sehr gelobt, das hat uns total gefreut. Der Bundespräsident ist Fan von Pinkstinks!

Was macht ihr mit dem Preisgeld?

Das Geld reicht für ungefähr vier Videos mit Influencern. Um weiter bestehen zu können, hoffen wir, dass wir auch unter der neuen Bundesregierung eine Förderung des Bundesfamilienministeriums bekommen, die aktuelle Förderung läuft nämlich Ende des Jahres aus.

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