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  • Foto: Martin Mosel, BUND Hamburg

Fichtenwald vernichtet: Illegale Waldrodung: Fläche deutlich größer als gedacht

Lemsahl-Mellingstedt –

Die illegale Wald-Rodung in Lemsahl-Mellingstedt ist noch deutlich größer als ursprünglich gedacht. 1,5 Hektar Fichtenwald wurden von drei privaten Eigentümern ohne Genehmigung abgeholzt, ergab eine kleine Anfrage des CDU-Politikers Dennis Thering. Zunächst war man von „nur“ 6000 Quadratmetern ausgegangen, die Prüfung durch die Behörde zeigte aber, dass der Schaden deutlich weitreichender war.

Bereits Ende Juni rodeten die Grundstücksbesitzer auf insgesamt drei Flurstücken entlang der Lemsahler Landstraße, zwischen den Abzweigungen Fiersbarg und Bökenbarg. Der einstige Fichtenwald wurde weiträumig vernichtet.

Aus der Anfrage geht außerdem hervor, dass einer der Eigentümer schon im Februar Kontakt mit der Umweltbehörde aufgenommen hatte. Damals klärten ihn die Mitarbeiter der Behörde darüber auf, dass ein Kahlhieb, also das restlose Abholzen der Bäume, ab einer Fläche von 0,5 Hektar genehmigungspflichtig ist. Eine solche Genehmigung bekam der Eigentümer damals nicht – trotzdem wurde das Waldstück gerodet.

Bis zu 25.000 Euro Bußgeld

Bei zwei der drei Rodungsflächen wurde dieser Grenzwert überschritten, die einzelnen Stücke waren nach Angaben des Senats etwa 1000, 6000 und 8000 Quadratmeter groß. Deshalb blüht den Besitzern zweier Flurstücke jetzt ein Ordnungswidrigkeitsverfahren, eine Stellungnahme wird bis Ende Juli erwartet. Für den illegalen Kahlschlag drohen den Eigentümern bis zu 25.000 Euro Bußgeld.

Im Februar hatte einer der Eigentümer gegenüber der Umweltbehörde angegeben, dass 20-25 Prozent der Fichtenfläche vom Borkenkäfer befallen seien. Damals kündigte er an, nur die befallenen Bäume entnehmen zu wollen. Eine gemeinsame Ortsbegehung lehnte er allerdings ab.

Wald soll wieder aufgeforstet werden

„Eine Begründung für den Kahlhieb wurde uns gegenüber nicht geäußert, ein Kahlhieb auch nicht beantragt und konnte deswegen von uns weder bewilligt noch abgelehnt werden“, erklärt Jan Dube, Sprecher der Umwelt-Behörde.

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Nun müsste der Wald dringend wieder aufgeforstet werden. „Das ist eine Waldfläche und das bleibt eine Waldfläche. Und bei der gibt es eine Pflicht zur Wieder-Bewaldung“, betont Dube. 

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