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FDP-Urgestein stellt klar: Hamburg-Wahl wird über Lindners Schicksal entscheiden

Der Eklat in Thüringen hat bei der FDP tiefe Spuren hinterlassen – und könnte dem Parteivorsitzenden Christian Lindner jetzt zum Verhängnis werden: Für das FDP-Urgestein Gerhart Baum steht fest, dass die Hamburg-Wahl am 23. Februar wegweisend für die Zukunft Lindners als Parteichef sein wird. 

Der linksliberale FDP-Politiker und frühere Bundesinnenminister rechnet nach der Hamburg-Wahl mit einer Entscheidung darüber, wie es mit Lindner weitergehen wird. „Ob er in der Lage ist, an der Parteispitze zu bleiben, wird die Hamburg-Wahl zeigen“, sagte Baum gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Sein taktisch falsches Verhalten, durch das der Eklat von Thüringen erst ausgelöst wurde, ist nach der Absage an die Jamaika-Koalition der zweite große Fehler von Lindner als Parteichef gewesen.“

Baum rechnet nach Hamburg-Wahl mit Entscheidung über Lindner

Das Votum des Parteivorstands für Lindner vom Freitag sei „kein Befreiungsschlag“, sagte Baum weiter. Es komme nicht auf das Vertrauen des Vorstands, sondern auf das Vertrauen der Wähler an. „Bei der Hamburg-Wahl und in den Umfragen wird sich zeigen, ob Lindner in der Lage ist, das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen.“

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In Thüringen war am Mittwoch der FDP-Politiker Thomas Kemmerich im dritten Wahlgang angetreten und zum neuen Ministerpräsidenten gewählt worden – auch mit Stimmen der AfD. Während mehrere prominente Liberale Kemmerich umgehend zum Rücktritt aufforderten, tat Lindner dies zunächst nicht.

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Am Donnerstag erklärte Kemmerich nach Gesprächen mit Lindner dann, das Amt aufgeben und Neuwahlen anstreben zu wollen. Am Sonnabend trat er mit sofortiger Wirkung vom Amt zurück. (dpa/mhö)

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