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Extremer Andrang: Grippe-Impfstoff in Hamburg fast flächendeckend aufgebraucht

Die Versorgungslage in Hamburg mit dem aktuellen Grippe-Impfstoff ist wegen des extremen Andrangs „derzeit etwas ins Stocken geraten“, teilt der Präsident der Apothekerkammer Hamburg mit. Die nächste „Auslieferungswelle“ werde Ende Oktober bis Anfang November erwartet.

„Sowohl in den allermeisten Arztpraxen als auch Apotheken ist derzeit kein aktueller Grippeimpfstoff vorrätig“, so Apothekenkammer-Präsident Kai-Peter Siemsen zur MOPO: „Die erste Auslieferungswelle, die meines Wissens nach nur Zehner-Packungen für die Auslieferung an Arztpraxen für die Versorgung der gesetzlich Versicherten enthielt, ist durch die extrem hohe Nachfrage fast flächendeckend aufgebraucht. Ausnahmen bestätigen die Regel.“

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Apotheker Kai-Peter Siemsen, Präsident der Apothekerkammer Hamburg.

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Die nächste Auslieferungswelle sei den Apotheken aber bereits für die kommenden Wochen angekündigt. Hier sollen dann, neben weiteren Zehner-Packungen für die Auslieferung an Arztpraxen, auch Einzelpackungen für die Versorgung von Privatpatienten im Einzelbezug aus den Apotheken ausgeliefert werden.

Grippe-Impfstoff in Hamburg fast flächendeckend aufgebraucht

Weniger alarmiert äußert sich der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg, Dr. Jochen Kriens: „Es gibt derzeit einzelne Anrufe aus Arztpraxen, die uns berichten, dass Impfstoff nicht oder nur teilweise geliefert werden könne“, so Kriens zur MOPO: „Auch einzelne Praxen, die nachbestellen wollen, haben teilweise Probleme, bei ihrer Apotheke noch Impfstoff zu bekommen. Diese Einzelfälle lassen aus unserer Sicht aber keinen validen Rückschluss darauf zu, dass der Grippeimpfstoff in diesem Jahr generell knapp werden könnte, da die Praxen sukzessive von den Apotheken beliefert werden.“

Am Dienstag hatten Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) und Ärztekammer-Präsident Dr. Pedram Emami die Risikogruppen unter den Hamburgern dringend aufgefordert, sich impfen zu lassen.

Grippe-Impfstoff: Engpässe im Norden

Bereits vor einigen Tagen hatte Frank Jaschkowksi, Geschäftsführer der Apothekerkammer Schleswig-Holstein, Engpässe an Grippe-Impfstoff in dem Land bestätigt. Tausende Schleswig-Holsteiner könnten sich schon jetzt nicht gegen Grippe impfen lassen, weil der Impfstoff fehle. Das Gros der 630 Apotheken in Schleswig Holstein habe keine Impfdosen mehr.

Gesundheitsminister Jens Spahn zur Grippe-Impfung

„Der Hauptfehler besteht darin, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und einzelne Ärzteverbände im Blick auf Corona dazu aufgefordert haben, auch Menschen zu impfen, die keinen Schutz brauchen“, sagte Jaschkowski. Aus diesem Grund gebe es nun nicht ausreichend Impfdosen. Spahn hatte erklärt, dass das Gesundheitssystem eine gleichzeitige größere Grippewelle und Corona-Pandemie nur schwer verkraften könne: „Jeder, der sich und seine Kinder impfen lassen will, sollte und kann das tun“, so der Minister.

Insgesamt sind nach offiziellen Angaben 26 Millionen Impfdosen produziert oder noch in Produktion. Dies ist deutlich mehr als die in den letzten Jahren verbrauchten Mengen.

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