• „Milliarden-Mike“ alias Peter Mike Wappler bei einem Gespräch mit der MOPO (Archivbild). Derzeit verbüßt der bekannte Betrüger mal wieder eine Haftstrafe.
  • Foto: Quandt

Es geht um Bestechung: Wiedersehen mit „Milliarden-Mike“: Betrüger erneut vor Gericht

Er sitzt aktuell im Gefängnis, doch das schützt „Milliarden-Mike“, alias Peter Mike Wappler nicht vor einer erneuten Anklage: Vor dem Hamburger Landgericht muss sich der verurteilte Betrüger ab Montag zusammen mit einer Berliner Polizeibeamtin verantworten. Dem 65-Jährigen wird vorgeworfen, die 45-Jährige bestochen zu haben. Die Initiative zu der Zusammenarbeit soll allerdings von ihr ausgegangen sein – vermutlich aus finanzieller Not.

Laut Anklage ist die Frau wegen gewerbsmäßiger Bestechlichkeit in jeweils zehn Fällen angeklagt. Als sie sich in finanziellen Schwierigkeiten befand soll sie den Kontakt zu der ehemaligen Kiez-Größe gesucht haben, den sie aus den Medien kannte. Wie es heißt, soll sie ihm angeboten haben, für ihn Auskünfte aus dem Polizeicomputer einzuholen. Pro Abfrage verlangte sie dafür 200 Euro.

Peter Mike „Milliarden-Mike“ Wappler wegen Bestechung angeklagt

Auch Bekannte von Wappler konnten ihre Dienste in Anspruch nehmen. Dafür soll sie laut Staatsanwaltschaft jeweils 100 Euro kassiert haben. Insgesamt soll sie zehn solcher Abfragen zwischen Februar 2018 und April 2019 getätigt haben. Einmal soll sie ihm ein Geburtsdatum einer von Wappler gesuchten Person, polizeiliche Erkenntnisse gegen ihn und ihm das Ergebnis von Ermittlungen gegen seine damalige Lebensgefährtin mitgeteilt haben.

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Zwar soll am Ende weniger Geld als versprochen für die Auskünfte geflossen sein, die Staatsanwaltschaft spricht jedoch von „mindestens 500 Euro“.

Wappler sitzt aktuell in Hamburg eine Haftstrafe ab

Für die Justiz ist Wappler kein Unbekannter. Tatsächlich gilt er als einer der bekanntesten Kriminellen Deutschlands. Immer wieder landete er im Gefängnis, meist wegen Betrugs, aber auch wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis oder Falschaussage. Einmal gelang ihm sogar ein Fluchtversuch: Damals sprang er im Oktober 2010 bei einem bewachten Freigang aus dem Klofenster, während er die Grill-Party seiner Schwester in Lübeck besuchte. Eine Woche später wurde er in Portugal gefasst.

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Auch aktuell sitzt er im Knast, nachdem er zuletzt im Dezember 2019 wegen gewerbsmäßigen Betrugs zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt wurde. Damals hatte er mit einem Komplizen Bekannten seine Dienste als „Inkassounternehmer“ angeboten und so fast 400.000 Euro ergaunert – ohne, dass er tatsächlich einen Finger rührte. Zu dem Prozess am Montag wird der bekannte Hochstapler deshalb zugeführt.

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