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  • Foto: Florian Quandt

Erster Schultag mit Corona: So bereiten sich Hamburgs Schulen auf den Neustart vor

Dulsberg/Hausbruch –

Am Montag geht es los: Hamburgs Schulen öffnen wieder. Nachdem bereits die Abi.-Prüfungen gestartet sind, soll auch der reguläre Unterricht für einige Klassenstufen wieder losgehen. Um Lehrer und Schüler in dieser besonderen Situation schützen zu können, müssen die Schulen spezielle Vorbereitungen treffen. Die MOPO hat nachgefragt, wie Hamburgs Schulen damit umgehen.

Wie die Hamburger Schulbehörde beschlossen hat, soll ab Montag wieder Schritt für Schritt der reguläre Betrieb in den Schulen aufgenommen werden: Ab dem 27. April wird in den Klassenstufen 9 und 10 und 13 der Stadtteilschulen sowie den Klassen 10 und 12 der Gymnasien wieder der Betrieb aufgenommen. Am 4. Mai ziehen dann auch die vierten Klassen der Grundschule, die Klassen 6 und 11 der Gymnasien sowie Klassenstufe 12 der Stadtteilschulen nach. Die Schulleitungen bereiten sich nun auf den ersten Schultag in Corona-Zeiten vor, bevor es am Montag losgeht.

Hamburg: Vorbereitungen für den ersten Schultag mit Corona laufen

Die Grund- und Stadtteilschule Alter Teichweg in Dulsberg steht mit dem Schulstart vor einer echten Herausforderung: Hier besuchen normalerweise 1.600 Schüler den Unterricht. „Eine vernünftige Planung ist für uns sehr wichtig. Bei und sind die Grundschüler bei den Großen im Hauptgebäude mit drin, ab dem 4. Mai sind das dann wieder 400 Menschen im Gebäude“, erklärt Schulleiter Björn Lengwenus. Hinzukäme noch die Notbetreuung, die viel in Anspruch genommen wird.

Björn Lengwenus (46), Schulleiter der Stadtteilschule Alter Teichweg in Dulsberg.

Björn Lengwenus (46), Schulleiter der Stadtteilschule Alter Teichweg in Dulsberg.

Foto:

Florian Quandt

Vorschrift ist, dass die Klassen verkleinert werden müssen. Das erfordert auch eine Umgestaltung des Lehrplans: „Wir haben die Lerngruppen halbiert und für alle Klassen, die jetzt kommen, eigene Pläne gesteckt. Eine kleine Anzahl von Lehrern wird die Klassen abwechselnd unterrichten“, erklärt Björn Lengwenus.

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Zunächst gehe es nur mit den Kernfächern weiter, um die Klassenstufen 9 und 10 auf ihre Prüfungen vorzubereiten. Zusätzlich sei die Regelung auch von den Fächern der jeweiligen Klassenlehrer abhängig.

Schule in Corona-Zeiten: Hamburgs Klassen werden aufgeteilt

Auch die Grundschule An der Haake in Hausbruch hat sich auf die Öffnung am 4. Mai bereits vorbereitet. „Wir haben klar definiert, welcher Lehrer wann die vierten Klassen, die Notbetreuung und das Home-Schooling übernimmt. Die Klassen wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, sodass die Hälfte Präsenzunterricht hat und die andere Hälfte Home-Schooling“, erklärt Schulleiterin Gudrun Wolters-Vogeler. Bei insgesamt 400 Schülern, wovon rund 80 zur Klassenstufe 4 gehören, sind damit etwa 40 Schüler gleichzeitig auf dem Gelände.

Gudrun Wolters-Vogeler ist Schulleiterin an der Grundschule An der Haake in Hausbruch, Hamburg.

Gudrun Wolters-Vogeler ist Schulleiterin an der Grundschule An der Haake in Hausbruch, Hamburg. 

Foto:

Gudrun Wolters-Vogeler

Unterrichtet werden Deutsch, Mathe und Sachkunde. „Wir schicken allerdings nicht nur Fachlehrer, sondern auch andere Mitglieder unseres Teams in die Klassen. Das hat bei Vertretungsstunden bisher auch immer gut geklappt“, ergänzt die Schulleiterin.

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An der Grundschule Alter Teichweg werden die Klassen anders aufgeteilt. „Wir wollen alle Grundschüler jeden Tag sehen und teilen das dann in zwei Schichten auf“, so Björn Lengwenus.

Hamburg: Abstandsaufkleber sorgen für Ordnung

Damit sich die Schüler auch außerhalb des Unterrichts nicht begegnen, wurden an den Schulen unterschiedliche Regelungen eingeführt. An der Schule in Dulsberg gibt es Abstands-Aufkleber mit Sprüchen, die für Ordnung sorgen. Sie wurden gemeinsam mit der Hamburger Design-Agentur gestaltet. Zudem gibt es verschiedene Eingänge, die genutzt werden sollen.

Stadtteilschule „Alter Teichweg“

Die Stadtteilschule „Alter Teichweg“ von außen.

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Schimkus

Auch die Grundschule in Hausbruch hat eine Lösung gefunden: „Wir haben ein Einbahnstraßensystem im Treppenbereich und in den Gängen eingerichtet. Auch die Toiletten wurden klar zugeteilt“, sagt Gudrun Wolters-Vogeler. Versetzte Zeiten des Schulbeginns, der Pausen- und der Mittagessenszeiten sollen ebenfalls dafür sorgen, dass die Lerngruppen möglichst unter sich bleiben.

Video: So laufen die Abiprüfungen während Corona

An der Grund- und Stadtteilschule Alter Teichweg läuft das ähnlich. „Jede Klasse hat individuell Pause und wird vom jeweiligen Klassenlehrer betreut. Die Pausenzeiten werden außerdem verkürzt“, sagt der Schulleiter.

Schule in Dulsberg: Zum Austausch gibt es Klassenlehrerstunden

Um mit den Schülern über die besondere Situation ins Gespräch zu kommen und zu erfahren, wie das Home-Schooling läuft, gibt es an der Schule in Dulsberg jeden Morgen eine Klassenlehrerstunde – nicht nur für die Grundschüler. Björn Lengwenus erklärt: „Uns war besonders wichtig, dass wir eine Stunde haben, wo man solche Themen nochmal diskutieren kann.“

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