Versteigerung von Autos
  • Dieser Opel GT (Baujahr 1971) wird auf 9500 Euro geschätzt. Dahinter ein himmelblauer Trabbi, der aber nicht fahrbereit ist. Ausrufpreis: 500 Euro.
  • Foto: hfr

Ende eines Sammler-Traums – ungewöhnlicher Fuhrpark unter dem Hammer

Drei kultige Opel GT in grellen Farben, zwei seltene Ro 80, ein himmelblauer Trabant und die Reste eines fast 75 Jahre alten Mercedes 170. In einer unscheinbaren Lagerhalle des Hamburger Auktionshauses Walter H. F. Meyer in Bad Oldesloe steht ein ungewöhnlicher Fuhrpark. Es sind Teile einer Autosammlung und diese kommen am Samstag unter den Hammer. Gleichzeitig ist es das tragische Ende eines Traums, den ein 70-jähriger Sammler hatte.

Mehr als 30 Jahre hatte der Mann aus dem Kreis Stormarn fast 50 historische Fahrzeuge gesammelt. Der Mann, der aus der Pflegebranche kommt und anonym bleiben will, hatte einen großen Traum. Er wollte eine Werkstatt mit körperlich oder geistig behinderten Menschen gründen. Unter Anleitung eines Kfz-Meisters sollten hier die Oldies wieder auf Vordermann gebracht werden. Sein Ziel war, dass die Behinderten so mehr soziale Kontakte bekommen und gleichzeitig mit Stolz auf die gemeinsame mühevolle Arbeit blicken können.

Opel GT lila
Der Ausrufpreis dieses etwa 30 Jahre alten Opel GT bei der Auktion beträgt 1800 Euro.

Ungewöhnliche Autos werden versteigert

Doch die Politik im Kreis ließ ihn im Stich, so der Autosammler. Außerdem fand der 70-Jährige keinen geeigneten Kfz-Experten, der gleichzeitig die Kompetenz und den Willen gehabt hätte, mit Behinderten zu arbeiten. Dann kam der angegriffene Gesundheitszustand des Sammlers dazu und das fehlende Interesse seiner Söhne an Oldtimern. Schließlich entschloss sich der Unternehmer, einige seiner Autos, die eigentlich in der Behindertenwerkstatt restauriert werden sollten, zu versteigern.


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Das Inte­resse in der Oldtimer-Szene ist schon jetzt riesengroß. Schon Ersatzteile des von 1968 bis 1973 rund 100.000-mal produzierten Opel GT Sportwagens sind heute extrem teuer.

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Auktionator Olaf Meyer zur MOPO: „Dadurch haben die automobilen Kulturgüter noch eine Chance, restauriert zu werden und wieder auf die Straße zu kommen.“

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