Die Maurienbrücke während der Bauphase.
  • Die Maurienbrücke während der Bauphase.
  • Foto: barmbek-baut.de

Millionen wofür? Hamburg weiht neue Brücke ein, die eigentlich keiner braucht

In Barmbek-Süd wurde am Freitag ein Bauwerk eingeweiht, dessen Zweck mehr als fragwürdig ist. Schon in der Bauphase hatte der Bund der Steuerzahler e.V. die Maurienbrücke immer wieder als Steuersünde angemahnt. Jetzt wurde sie trotzdem fertiggestellt – und ist sogar noch teurer geworden, als vorab angekündigt.

Knapp drei Millionen Euro soll der Bau der Maurienbrücke über den Osterbekkanal insgesamt kosten. Ihre Vorgängerin war im Zweiten Weltkrieg zerstört worden – seit dreißig Jahren war der Neubau bereits im Gespräch. Trotz massiven Gegenwinds durch Anwohner und den Bund der Steuerzahler hatte die Stadt an ihren Plänen festgehalten.

Die Stadtentwicklungsbehörde argumentiert: „Der Bau der Fußgängerbrücke liefert einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der innerstädtischen Funktionen des Stadtteilzentrums Barmbek-Nord mit der Einkaufsmeile Fuhlsbüttler Straße, dem Bahnhof und dem Bert-Kaempfert-Platz (Museumshof), indem die Wegeverbindungen von dort in den südlichen Teil Barmbeks verbessert werden.“

Maurienbrücke steht im Schwarzbuch der Steuersünden

Die Brücke war bereits mehrmals im Schwarzbuch des Hamburger Bundes der Steuerzahler gelandet. In 100 bis 200 Metern Entfernung befinden sich nämlich bereits zwei Querungen über den Osterbekkanal. Eine weitere Brücke für Fußgänger und Radfahrer sei schlicht „überflüssig“, so die Landesvorsitzende Petra Ackmann. Die Anwohner kritisierten in einer Unterschriftenaktion auch die Zerstörung von Stadtgrün für den Brückenneubau.

Hinzu kommt: „Die Brücke (wurde) nicht nur mit einem Jahr Verspätung fertig, sondern zudem auch noch fast doppelt so teuer“ wie geplant, so Ackmann. „Aktuell geht man von Kosten in Höhe von drei Millionen Euro aus (Baukosten etwa 2,35 Millionen Euro und Planungskosten etwa 650.000 Euro). Ursprünglich sollte die Brücke 1,8 Millionen Euro kosten. Weitere 300.000 Euro sind für die Herrichtung der Grünanlagen vorgesehen.“

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Die Landesvorsitzende fügt noch hinzu: „Unsere Frage nach den Kosten der Einweihungsparty ließ die zuständige Sprecherin übrigens unbeantwortet. Aus gutem Grund?“ (prei)

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