Die schlackernde Abdeckung des Dock 10 gegenüber der St. Pauli Hafenstraße raubt Anwohnern den Schlaf.
  • Die schlackernde Abdeckung des Dock 10 gegenüber der St. Pauli Hafenstraße raubt Anwohnern den Schlaf.
  • Foto: MOPO

„Dröhnt wie ein Hubschrauber“: Dauerlärm raubt Anwohnern auf St. Pauli den Schlaf

Kaum kommt eine frische Brise auf, dröhnt es an der St. Pauli Hafenstraße, als wäre ein Hubschrauber in der Luft. So mancher Anwohner fühlt sich gar an den G20-Gipfel erinnert. Doch die Ursache liegt ganz woanders.

„Das hat mich am Anfang wahnsinnig gemacht! Ich dachte, das Geräusch kommt von einem Hubschrauber, konnte aber keinen sehen“, erzählt Anwohnerin Sophie Lauer (48, Name geändert), die seit 14 Jahren in der St. Pauli Hafenstraße wohnt. Der Lärm dringt sogar durch die Fenster und sorgt für Schlafstörungen. „Es klingt wie beim G20-Gipfel“, sagt Krankenpfleger Markus Flick (46, Name geändert), der seit 15 Jahren am Hafenrand wohnt. „Wenn es mal wieder besonders schlimm ist, kann ich deswegen nicht schlafen.“

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Der Ursprung des Lärms ist Dock 10, das derzeit umgebaut wird und mit Planen abgedeckt ist. Bei Wind schlagen die Planen kräftig gegen einen Befestigungsgürtel auf der zur Stadt liegenden Seite. Und das nicht nur bei Sturm, sondern auch schon bei einer leichten Brise.

Verantwortlich für die Bauarbeiten und damit den Lärm ist die Lürssen-Werft, der seit 2016 auch Blohm+Voss gehört. Das Unternehmen bedauert „die Unannehmlichkeiten für Anwohner“, teilt Pressesprecher Oliver Grün mit und bittet „um Verständnis für die aktuellen Umstände“. Diese seien den Bauarbeiten am größten überdachten Schwimmdock Europas geschuldet, wofür das Unternehmen Millionen Euro investiere. 

Die Hamburger Umweltbehörde, zuständig bei Lärmbelästigungen, zeigt Verständnis für die Werft: Aus ihrer Sicht stellt der Fall keine Ordnungswidrigkeit dar. Auf Anfrage erklärt Sprecher Björn Marzahn, dass die Abdeckung in der ursprünglichen Planung tatsächlich anders gedacht worden war. Aus statischen Gründen ist eine feste Schutzwand jedoch durch die flexiblen Schutzfolien ersetzt worden. Die sind Schuld an dem Lärm, wurden aber dennoch so von der Behörde so genehmigt.

Aus Sicht der Umweltbehörde stellt der Fall keine Ordnungswidrigkeit dar

Genervte Anwohner wollten bereits eine Petition gegen die Belästigung starten, warten jetzt jedoch noch ab, denn die Werft hat erklärt, das gesamte Dock 10 am 28. April für die nächsten Arbeitsschritte zur Lürssen-Werft nach Bremen zu schleppen. (ad)

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