Peter Tschentscher steht an einem Rednerpult.
  • Peter Tschentscher steht an einem Rednerpult. (Archivbild)
  • Foto: picture alliance / dpa/Marcus Brandt

Drastische Konsequenzen! Tschentscher warnt vor Lieferstopp von Russen-Gas

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) kündigt an, dass es im Fall eines Lieferstopps zu Versorgungsengpässen kommen könnte – und drängt auf eine schnelle Unabhängigkeit von Russland. Auch für Ex-Kanzler Gerhard Schröder findet er deutliche Worte.

Tschentscher warnt für den Fall ausbleibender Erdgas-Lieferungen aus Russland vor schweren Konsequenzen für Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland. „Im Fall eines russischen Lieferstopps würden wir versuchen, systemrelevante Betriebe weiterhin zu beliefern“, sagte Tschentscher der Tageszeitung „Welt“. „Andere würden aber keine Gaslieferungen mehr erhalten, so dass es zu schweren wirtschaftlichen Belastungen und Einschränkungen für die Menschen in Deutschland kommen könnte.“ Deutschland müsse deshalb so schnell wie möglich unabhängig von russischem Gas werden. 


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Hamburg plant nach Angaben des Bürgermeisters die Stationierung eines provisorischen LNG-Terminals für flüssiges Erdgas im Hamburger Hafen. „Unsere Experten gehen davon aus, dass wir bis Ende des Jahres ein solches Terminal in Betrieb nehmen können“, sagte Tschentscher der „Welt“. Die Kapazität betrage acht Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr.

Tschentscher über Ex-Kanzler Schröder: „Bei Verstoß müssen Gremien Parteiausschluss prüfen“

Tschentscher verteidigte außerdem die Ukraine-Politik seines Vorgängers und heutigen Bundeskanzlers Olaf Scholz (SPD). „Er ist extrem führungsstark und hat eine besondere Kompetenz, komplexe Lagen zu analysieren und die Konsequenz jeder Entscheidung im Voraus zu bedenken.“ Er sei sich sicher, „dass der Bundeskanzler strategisch klug und entschlossen handelt“.

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Tschentscher kritisierte dagegen Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD). Zu dessen fehlender Distanzierung vom russischen Präsidenten Wladimir Putin sagte er, das sei „eindeutig ein Problem der SPD, das auf uns alle ein schlechtes Licht wirft“. Er erwarte, dass sich Schröder gerade in diesem schweren Konflikt so verhalte, wie es den Prinzipien sozialdemokratischer Politik entspreche. „Bei einem eklatanten Verstoß dagegen müssen unsere Gremien auch einen Parteiausschluss prüfen.“ (dpa)

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