Ali Balat in seinem Döner-Imbiss in der U-Bahn Station Wandsbek-Gartenstadt.
  • Ali Balat in seinem Döner-Imbiss in der U-Bahn Station Wandsbek-Gartenstadt.
  • Foto: Marius Roeer

Döner-Hersteller beklagen: Enorme Umsatzeinbußen! So geht es Hamburgs Imbissen

Seit rund 50 Jahren hat er sich zu einer der Lieblingsspeisen der Deutschen entwickelt: der Döner. Doch auch vor dem beliebten Fastfood macht das Coronavirus keinen Halt. Im Vergleich zum Normalbetrieb sei der Umsatz um 75 Prozent zurückgegangen, beklagt der Verein türkischer Dönerhersteller in Europa (ATDID). Und wie ist die Lage in Hamburg? Wir haben bei Imbissen nachgefragt.

Die Imbiss- und Restaurantbetreiber würden nur noch kleine Spieße bestellen, so ein ATDID-Sprecher zur „Tagesschau“. Besonders Restaurants mit Sitzplätzen und ohne Laufkundschaft habe die Krise hart getroffen. Bei Imbissbetrieben mit Fußgängerverkehr seien die Folgen nicht so stark bemerkbar.

Hamburg: Laufkundschaft rettet den Balat-Imbiss

Dieses Bild zeigt sich auch in Hamburg. Ali Balat (39), Inhaber des Imbisses „Balat“ in der U-Bahn Station Wandsbek-Gartenstad, bestellte in den vergangenen Wochen deutlich weniger Lebensmittel und kleinere Spieße, dafür seien dann doch zu wenig Gäste gekommen. „Einige haben angerufen und das Essen abgeholt“, sagt er. „Doch fast die Hälfte des Umsatzes ist weg“, sagt er, trotzdem sei er noch in den schwarzen Zahlen.

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Sein Vorteil: Die Laufkundschaft an der U-Bahn Station. „Seit dem 13. Mai ist auch wieder ein bisschen besser geworden“, erklärt er. Mit dem Öffnen der Restaurants ist auch sein Geschäft wieder etwas stärker angelaufen. Sitzplätze gab es vorher nur drei, jetzt sind es aufgrund der Abstandsregeln noch zwei.

Hamburg: Dönerladen Kardelen musste fünf Wochen schließen

Beim Restaurant „Kardelen“ an der Steinwegpassage in der Neustadt sieht es schon ganz anders aus: „Knapp fünf Wochen hatten wir geschlossen“, sagt Inhaber Onur Hepsen (33). „Ich habe da in erster Linie an die Gesundheit meiner Mitarbeiter und mich gedacht“, sagt er. „Umsatztechnisch hätte sich das aber auch nicht gelohnt.“ Das „Kardelen“ ist auf die Stammkunden aus der Nachbarschaft und die Mitarbeiter der umliegenden Unternehmen angewiesen. Laufkundschaft gibt es kaum.

Inhaber Onur Hepsen in seinem Restaurant „Kardelen“ an der Steinwegpassage in der Neustadt.

Inhaber Onur Hepsen in seinem Restaurant „Kardelen“ an der Steinwegpassage in der Neustadt.

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hfr

„Seit drei Wochen haben wir jetzt wieder auf, die ersten beiden nur mit Essen zum Mitnehmen“, sagt Hepsen. Seit einer Woche könnten die Kunden wieder im Laden essen, doch „die Leute sind verhalten“, sagt er. Die meisten würden das Essen weiterhin nur mitnehmen.

Auch Hepsen hat sein Sortiment verringert, die Einkaufsliste ist kleiner geworden. „Nur die Menge der Verpackungen ist angestiegen“, sagt er. So viele To-Go-Behälter hätte er vorher noch nie gekauft. Wie lange er noch durchhält, kann er nicht abschätzen: „Ein Dauerzustand ist das nicht, aber wenn wir am Ende des Jahres einen Euro plus auf dem Konto haben, bin ich schon zufrieden.“ (sr)

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